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Tragen im Test: Manduca First

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Heute möchte ich euch eine der bekanntesten Tragen im Test vorstellen. Die Manduca First* (hier noch das Vorgängermodell). Die Manduca hat mir eine ganz liebe Mama-Freundin ausgeliehen. In dieser hat sie ihre Tochter im ersten Lebensjahr getragen. Mittlerweile nutzt sie sie eher sehr selten, weshalb wir die Chance hatten sie für unsere Zwecke auszutesten. Die Manduca ist sehr vielseitig und dadurch sehr gut für die breite Masse geeignet. Sie bietet viele Möglichkeiten das Kind zu tragen und lässt sich bequem an den jeweiligen Träger anpassen. Welche Vor- und Nachteile sich für uns ergeben haben, lest ihr in den folgenden Abschnitten.

Manduca First*

Gewicht des Kindes:3,5 kg bis 20 kg
Tragemöglichkeiten:Bauch
Hüfte
Rücken
Material:55% Hanf, 45% Bio-Baumwolle
(Polsterung: 100% Bio-Baumwolle)
Preis:124,90 €
Handhabung:+ intuitives, einfaches Anlegen der Trage
+ lässt sich leicht an die Größe des Kindes anpassen
+ Trage kann umgelassen werden, wenn man das Kind raussetzt und kurze Zeit später wieder reinsetzen möchte
– mit Kind in der Trage ist das Nachstellen recht schwer (man muss sehr feste ziehen, die Gurte sind nicht so leichtgängig)
– der Hüftgurt lässt sich durch den Sicherheitsverschluss nicht einhändig öffnen
Komfort / Sitz:+ sicherer und sehr stabiler Sitz des Kindes
+ fester Sitz des Hüftgurtes
+ Trage fühlt sich straff und kompakt an
+ je nach Bedarf können die Träger wie bei einem Rucksack oder überkreuz getragen werden
Gewichtsverteilung:+ durch die Option die Träger auch überkreuz zu tragen, lässt sich die Gewichtsverteilung gut regulieren (mit der „Rucksackvariante“ konnte ich persönlich nicht ganz so lange tragen, die überkreuzte Variante war da schon viel angenehmer)
+ der Hüftgurt verteilt das Gewicht zusätzlich sehr gut
Optik:+ klassische, zeitlose Optik einer Trage
+ robuster Stoff
+ viele verschiedene Farbvarianten und Stoffzusammensetzungen vorhanden
Stillen:– war leider nicht möglich, da die Trage zu straff sitzt und die Träger sich nur sehr schwer mit Kind in der Trage lockern lassen
Ablegen:+ das Ablegen eines in der Trage eingeschlafenen Babys ist problemlos möglich

Mein Trageerlebnis

Was mir beim ersten Anlegen der Manduca sofort auffiel, war wie stabil die Maus darin saß. Das meine ich in diesem Fall absolut positiv, da ich bis dahin noch keine Trage kannte, die so viel Halt für Mutter und Kind bot. Ich kam direkt von der Yema Tie, die deutlich elastischer gefertigt ist und war daher vom neuen Tragegefühl sehr überrascht. Die Träger sitzen sehr stramm, der Hüftgurt ebenfalls und das Gewicht der Maus wurde beim Gehen prima aufgefangen. Ich würde die Manduca als die kompakteste Trage von allen bezeichnen, die ich bisher testen durfte.

Der Vorteil des straffen Sitzes ist jedoch dann ein kleiner Nachteil, wenn es darum geht die Träger mit Kind in der Trage nachzustellen bzw. zu lockern. Die Verschlüsse sind so fest, dass es mir kaum möglich war die Gurte einhändig und leichtgängig zu lockern. Daher konnten wir in der Trage leider auch nicht stillen. Für alle die die Manduca einmal einstellen und sich dann sicher sein wollen, dass sie weiterhin bombenfest sitzt, ist sie perfekt geeignet. Es verrutschte bei mir rein gar nichts! Alles blieb an Ort und Stelle.

Das Nähegefühl zum Kind bei der Manduca fand ich sehr schön. Der Stoff ist zwar nicht ganz so anschmiegsam, wie zum Beispiel bei der Comfort Maxi, aber trotzdem kann man schön kuscheln. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Maus sich sehr wohl in der Trage fühlte. Sie konnte gut rausschauen und saß bequem.

Wer lange Strecken tragen möchte, dem empfehle ich die Träger überkreuz zu tragen. Das ist sehr geschickt bei der Manduca, dass man die Trägerposition wechseln kann. Bei der Variante überkreuz verteilt sich bei mir persönlich das Gewicht am besten und dadurch kann ich so länger tragen. Vor allem wenn man größere, schwerere Kinder tragen möchte bietet sich diese Option sehr gut an. Immerhin ist die Manduca auch bis 20 kg zu gelassen. Tatsächlich denke ich, dass man mit der Manduca (ähnlich wie bei der Ruckeli) sehr lange bequem sein großes Kind tragen kann.

Verbesserungsfähig finde ich die recht dicken Träger der Manduca. Rucksäcke oder Taschen halten dadurch nicht so gut auf der Schulter und sind bei mir öfter runter gerutscht. Das Problem hatte ich bei den anderen Tragen bisher gar nicht. Auch ist ein Tragen der Trage unter der Jacke dadurch ein wenig unbequemer.

Fazit:

Im Großen und Ganzen kann ich es gut nachvollziehen, dass die Manduca eine so beliebte Trage ist. Sie ist sehr flexibel einsetzbar, für jeden Träger geeignet und das Kind sitzt sehr stabil und bequem darin. Wer sein Kind nicht unbedingt in der Trage stillen möchte, kann diese bedenkenlos verwenden. Für mich ist dies allerdings eines der wichtigsten Kriterien und dadurch eignet sich die Manduca für unsere Bedürfnisse nicht ganz so gut. Hätte dies geklappt, dann wären wir glaube ich sehr glücklich mit der Manduca geworden und hätten uns eine eigene zugelegt. Kleiner Tipp: Die Manduca gibt es sehr gut gebraucht auf den üblichen Portalen zu einem fairen Preis zu kaufen. Wäre also auch eine günstige Alternative für eine Zweittrage.

Bis bald
Corinna

Tragen im Test: Ruckeli

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Die vierte Trage in der „Tragen im Test“ Reihe ist die Ruckeli*. Diese Trage wurde mir netterweise ausgeliehen, als wir auf der Suche nach einem Ersatz für unsere Yema Tie waren. Die Ruckeli bietet viele Funktionen und überkreuzte Träger, die mir bei der Yema ja schon so gut gefallen haben. Preislich würde ich sie im oberen Segment ansiedeln. Die Ruckeli zeigt dafür aber auch was in ihr steckt und ist sicherlich eine der vielseitigsten Tragen bisher.

Ruckeli Babytrage*

Gewicht des Kindes:3,5 kg bis 20 kg
Tragemöglichkeiten:Bauch
Hüfte
Rücken
Material:100% Bio-Baumwolle
Preis:ab 149,90 €
Handhabung:+ nach kurzem Üben einfaches Anlegen der Trage
+ kann stufenlos an vielen Stellen eingestellt werden
+ kann auch mit Kind in der Trage nachgestellt werden
+ Trage kann umgelassen werden, wenn man das Kind raus und kurze Zeit später wieder reinsetzen will
– sehr viele Bänder, dadurch greift man beim Einstellen manchmal erst nach dem Falschen
Komfort / Sitz:+ sicherer und stabiler Sitz des Kindes
+ fester Sitz des Hüftgurtes
+ Trage fühlt sich straff und kompakt an
+ die überkreuzten Rückenträger sind sehr bequem
+ das Rückenteil für das Kind kann in der Höhe stufenlos verstellt werden (so hat das Kind entweder mehr oder weniger Bewegungsfreiheit)
– das Kind sitzt nicht so nah an einem dran wie in manch anderen Tragen (der Kuschelfaktor ist hier geringer, was mir bei einer Trage für das Nähegefühl aber schon recht wichtig ist)
Gewichtsverteilung:+ angenehme Gewichtsverteilung durch die überkreuzten Träger
+ lange Tragezeiten sind gut möglich
Optik:+ klassische, zeitlose Optik einer Trage
+ robuster Stoff
+ viele verschiedene Farbvarianten und Muster vorhanden
– sehr viele Bänder die „herumhängen“ (wenn man sie nicht ordentlich aufrollt)
Stillen:+ durch Verstellen der Träger möglich
Ablegen:+ das Ablegen eines in der Trage eingeschlafenen Babys ist möglich (man muss jedoch aufpassen, dass sich die Beine nicht in den vielen Gurten verheddern)

Mein Trageerlebnis

Bei der Ruckeli haben mir von Anfang an die überkreuzten Träger sehr gefallen. Sie werden nicht wie bei Yema gebunden, sondern können ganz einfach wie bei einem Rucksack anlegt werden. Die Verschlussbänder werden einfach seitlich an der Trage fixiert und schon sitzen die Träger über Kreuz. Auf dem Foto mit der Rückansicht wirkt es etwas kompliziert, ist es aber gar nicht.

Komplizierter wird es erst beim Einstellen der vielen Gurte. Zu Beginn muss man hier echt ein bisschen schauen welcher Gurt welchen Teil der Trage strafft. Schnell greift man sich sonst den Falschen und zieht an Stellen, die man gar nicht verstellen möchte. Mit ein bisschen Übung hat man dies aber zügig raus.

Den Sitz des Kindes in der Trage empfand ich als sehr angenehm. Es fühlte sich allerdings ganz anders an, als ich es bisher gewohnt war. In den anderen Tragen spürte ich meine Maus immer sehr nah bei mir, bei der Ruckeli hatte sie mehr Bewegungsfreiheit. Diese Bewegungsfreiheit empfinde ich für ältere Kinder als positiv, bei kleineren bin ich mir nicht ganz sicher, ob die Nähe zum Kuscheln trotzdem gegeben ist. Ich persönlich liebe am Tragen sehr die viele Kuschelzeit und das hat mir bei der Ruckeli leider ein wenig gefehlt.

Die Ruckeli ist vor allem eine prima Trage um größere und schwerere Kinder zu tragen. Das sieht man allein daran, dass sie bis 20 kg zugelassen ist. Sie ist sehr robust, sitzt straff und verteilt das Gewicht des Kindes wunderbar. Mit der Ruckeli lässt sich angenehm lange tragen, ohne dass man gleich Rückenschmerzen bekommt.

Das Stillen hat in der Ruckeli auch wunderbar funktioniert. Es war vielleicht ein wenig unbequemer als in anderen Tragen, da ich die Maus nicht ganz so tief hinunter lassen konnte, aber geklappt hat es trotzdem. Und das ist ja schließlich das Wichtigste.

Beim Ablegen, wenn die Maus schlief, wurde es ein bisschen tricky. Das Öffnen der Ruckeli, sowie das Abstreifen der Träger klappten prima. Jedoch blieben mir ganz oft die Beine der Maus in den Trägern hängen. Das liegt daran, dass die Beine aufgrund der überkreuzten Träger durch die Träger hindurch geführt werden müssen (sich also eine Schlaufe bildet). Wenn man nicht ganz aufpasst, dann bleibt der Fuß in dieser Schlaufe hängen. Gott sei Dank ist die Maus davon nie aufgewacht. Wenn man dies weiß, ist das Ablegen absolut machbar aber halt doch nicht ganz so bequem.

Fazit:

Für mich war die Ruckeli nicht ganz die ideale Trage, trotzem finde ich sie sehr gut. Wenn man sein Kind sicher, stabil und bequem tragen möchte macht man mit der Ruckeli alles richtig. Das extreme Nähe-/Kuschelgefühl in der Trage sollte einem jedoch nicht ganz so wichtig sein. Was toll ist sind die vielen weiteren Trage- und Handhabungsmöglichkeiten, die ich in meiner kurzen Testphase gar nicht alle ausprobieren konnte. Zum Beispiel lässt sich die Trage eingerollt und im Hüftgurt verstaut als Hüftsitz nutzen. Auch ist das verstellbare Rückenteil ziemlich intelligent. Durch dieses wächst die Ruckeli super mit dem Kind mit und passt sich an jede Größe und jedes Freiheitsbedürfnis des Kindes an. Ich bin mir sicher, dass die Ruckeli für jede Gewichtsklasse (3,5 kg bis 20 kg) ein schönes Trageerlebnis bietet und sehe in ihr vor allem eine sinnvolle, langfristige Investition.

Nach der Ruckeli folgt nächste Woche die Manduca. Eine weitere Leih-Trage von einer lieben Mami. Die Manduca ist glaube ich eine der bekanntesten und am weitesten verbeiteten Tragen. Seit gespannt auf mein Testurteil!

Bis bald
Corinna

Tragen im Test: Cybex – Yema Tie

Die dritte Trage, die ich euch heute im Rahmen der „Tragen im Test“ Reihe vorstellen möchte ist die Cybex Yema Tie. Das ist die Trage die wir uns als erste von allen kauften und daher am längsten verwenden. Ab dem Alter von zwei Monaten trug ich die Maus darin täglich (oft auch mehrere Stunden lang). Mit dem Kauf hatten wir es uns aufgrund des höhreren Preises zunächst nicht ganz leicht gemacht. Bis heute sind wir über die damalige Entscheidung aber sehr glücklich. Ich sage es mal so, unser Kinderwagen, der ein Vielfaches davon kostete, wurde bis heute wesentlich seltener verwendet.

Cybex – Yema Tie

Gewicht des Kindes:3,5 kg bis 15 kg
Tragemöglichkeiten:Bauch
Hüfte
Rücken
Material:Innentuch 100% Baumwolle
Preis:189,95 €
Handhabung:+ nach kurzem Üben einfaches Umlegen der Trage
+ kann stufenlos verstellt werden
+ kann auch mit Kind in der Trage nachgestellt werden
+ die Kopfstütze kann einfach und stufenlos befestigt werden
+ einfache Reinigung in der Waschmaschine
– Trage kann nicht umgelassen werden, wenn man das Kind raussetzt
– Tragebänder schleifen beim Umlegen oft auf dem Boden, da sie sehr lang sind
Komfort / Sitz:+ sehr nahes Tragegefühl, ähnlich wie im Tragetuch
+ sicherer Sitz vom Kind
+ fester Sitz des Hüftgurtes
+ lässt sich leicht für jeden Träger einstellen (Mutter, Vater etc.)
+ leichtes Einstellen des Beinsteges je nach Alter des Kindes
Gewichtsverteilung:+ sehr angenehme Gewichtsverteilung durch die überkreuzten Träger
+ ich kann die Trage bis etwa 10 kg uneingeschränkt empfehlen
– ab 10 kg empfinde ich das Tragen damit als etwas unangenehm, da die elastischen Träger beim Laufen nachgeben und das Gewicht einen so bei jedem Schritt „nach unten zieht“
Optik:+ stylische Variante einer Trage (chic und trotzdem zeitlos)
+ weitere Farbvarianten und Muster vorhanden (allerdings mit hohem Preisaufschlag)
Stillen:+ durch Lockerung der verknoteten Träger problemlos möglich
Ablegen:+ das Ablegen eines in der Trage eingeschlafenen Babys ist problemlos möglich

Mein Trageerlebnis

Wie eingehend erwähnt, habe ich die Cybex Yema Tie sehr lange verwendet und dementsprechend geliebt. Besonders toll fand ich von Anfang an die einfache Handhabung und den perfekten Sitz des Kindes. Es fühlt sich ähnlich wie in einem Tragetuch an. Die Maus hing immer so schön mit ihrem Popöchen im weichen Stoffeinsatz und hat sich pudelwohl gefühlt.

Das Geschickte an der Bindung ist, dass man keine Schnallen etc. verstellen muss sollte der Träger wechseln. Nur der Hüftgurt muss eingestellt werden. Die Träger zieht man sich einfach so stramm wie man sie braucht und knotet sie im Rücken fest. Das hat uns damals als Trageneulinge den Einstieg sehr leicht gemacht. Die Handhabung der Yema ist in allem Punkten (Einstellen des Beinsteges, Verwendung der Kopfstütze, Verstellen der Träger) sehr durchdacht und einfach. Zu Beginn hatte ich beim Tragen große Angst, dass ich die Maus irgendwie verkehrt in die Trage setze, aber mit der Yema kann man eigentlich nix falsch machen.

Besonders angenehm war, dass ich die Maus von Anfang an in der Trage stillen konnte. Das elastische Innentuch schafft ausreichend Platz, um das Köpfchen entsprechend zu positionieren. Auch später als sie größer wurde war das Stillen problemlos möglich. Durch das einfache Lösen der verknoteten Träger lässt sich die Trage stufenlos verstellen und man kann den Kopf auf Brusthöhe hinunter lassen. Während des Stillens konnte ich jederzeit bequem weiter tragen bzw. laufen.

Die überkreuz gehenden Träger der Yema Tie habe ich zu Beginn gar nicht als so besonders wahrgenommen. Mit der Zeit merkte ich aber wie angenehm dadurch die Gewichtsverteilung wird. Die Schulterblätter werden nach hinten gezogen, was sich positiv auf eine aufrechte Haltung auswirkt. Der Hüftgurt verteilt zudem das Gewicht sehr gut auf die Hüfte. Die Yema ist in meinen Augen eine Trage mit der man ziemlich gut lange tragen kann und das auch bei größeren Kindern. Allerdings merkte ich wie sie ab 10 kg so langsam an ihre Grenzen kam.

Ab 10 kg machte sich bei uns der eigentlich vorteilhafte, elastische Stoff des Innentuches und der Träger als eher nachteilig bemerkbar. Dieser begünstigt es nämlich, dass das Kind bei jedem Schritt leicht in der Trage auf und ab hüpft und einen das Gewicht damit immer etwas runter zieht. Das bereitete der Maus zwar unheimlich viel Spaß, machte es für mich aber anstrengend sie lange zu tragen. Trotzdem haben das elastische Innentuch und die elastischen Träger absolut ihre Berechtigung. Gerade dadurch ist die Trage in meinen Augen perfekt für Neugeborene und kleine Mäuse.

Was man wissen sollte, wenn man sich für die Yema entscheidet ist, dass die Träger zum Binden ziemlich lang sind und man es nicht vermeiden kann, dass sie beim Umlegen auch mal über den Boden schleifen. Anfangs versuchte ich sehr darauf zu achten sie nicht über die Staße, durch Blätter oder Sand zu ziehen. Irgendwann aber habe ich es aufgegeben und es akzeptiert, dass ich die Trage dann einfach öfter waschen muss. Auch kann man die Trage nicht umgebunden lassen, wenn man das Kind raussetzt. Das fand ich nie tragisch, bis zu dem Zeitpunkt wo die Maus zu laufen anfing. Seit dem möchte sie öfter rein und wieder raus und das bedeutete immer ein Ab- und Anlegen der Trage. Hiefür eignet sich die Comfort Maxi deutlich besser.

Fazit:

Für Eltern die planen ihr Kind, im ersten Lebensjahr und vielleicht ein paar Monate danach, viel und lange zu tragen kann ich die Yema sehr empfehlen. Wir haben das Tragen mit ihr sehr genossen. Ich muss sagen, ich freue mich jetzt schon auf den Zeitpunkt, wenn ich irgendwann ein zweites kleines Würmchen damit tragen kann und mir sicher sein kann, dass der kleine Mensch darin gut geborgen ist. Die Yema Tie ist sehr durchdacht, ziemlich intuitiv zu handhaben und für jede Körperstatur bestens geeignet. Ab etwa dem ersten Geburtstag würde ich persönlich dann raten auf eine Trage speziell für größere Kinder zu wechseln. Damit bleibt die Tragefreude lange erhalten.

Nachdem ich euch nun unsere eigenen drei Tragen in den letzten Artikeln vorgestellt habe, möchte ich euch in den nächsten Wochen drei weitere vorstellen, die mir ganz liebe Mamis zum Testen ausgeliehen haben. Damit hoffe ich euch eine möglichst gute Bandbreite der unterschiedlichen Tragesysteme zeigen zu können. Am kommenden Sonntag steht die Ruckeli auf dem Prüfstand.

Bis bald
Corinna

Tragen im Test: Schmusewolke – Comfort Maxi

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Nachdem ich euch letzte Woche meine Ring Sling vorstellt habe, möchte ich euch heute von meiner neuen und aktuellen Trage erzählen. Gut eineinhalb Jahre habe ich fast nur mit der Cybex Yema getragen (zu der kommen wir nächste Woche). Mit dem zunehmenden Gewicht meiner Tochter kam diese Trage für uns jedoch so langsam an ihre Grenzen und daher suchte ich dringend eine Neue. Bei der Suche stieß ich auf die Tragen von Schmusewolke. Passenderweise suchte das Team von Schmusewolke Tester, die Lust hatten ihre Tragen auszuprobieren und ich habe das große Glück dabei sein zu dürfen.

Bei der Auswahl einer passenden Trage schwankte ich zwischen der MeiTai* und der Comfort Maxi* von Schmusewolke. Beide kann man für Kinder bis 16 kg verwenden, was für mich ganz wichtig war. Da die MeiTai aber so ähnlich zu binden ist wie meine Cybex Yema, entschied ich mich für die Comfort Maxi. Ich wollte gerne ein System ausprobieren was ich bisher noch nicht Zuhause hatte. Also bekam ich diese schöne Trage in der Farbe „Pearl“ zugeschickt und kann euch schon mal vorweg verraten, dass ich ganz begeistert von ihr bin.

Schmusewolke – Comfort Maxi*

Gewicht des Kindes:6 kg bis 16 kg
Tragemöglichkeiten:Bauch
Rücken
Material:100% Bio-Baumwolle (Polsterung: 100% Polyester)
Preis:119 €
Handhabung:+ intuitives Umlegen der Trage
+ Gurte können (einhändig) beim Tragen verstellt werden
+ alle Gurte lassen sich sehr leicht fein justieren
+ kann an der Hüfte umgelassen werden, wenn das Kind raus möchte und man es kurze Zeit später wieder rein setzen mag
– das Einstellen der Trage auf die korrekte Größe des Kindes erfordert ein wenig Erfahrung bzw. Übung (sollte bei dieser Trage aber bereits vorhanden sein, da sie ja erst ab 12 Monate eingesetzt werden kann)
– die Kopfstütze für das schlafende Kind lässt sich nur sehr schwer und am besten mit Hilfe an den Trägern befestigen
Komfort / Sitz:+ sehr nahes Tragegefühl
+ der Stoff schmiegt sich schön an
+ sicherer Sitz vom Kind
+ Kind kann gut rausschauen
+ sehr leichtes und weiches Tragegefühl der Trage selbst (unheimlich bequem)
Gewichtsverteilung:+ sehr angenehme Gewichtsverteilung
+ auch für lange Strecken geeignet (aktuell trage ich damit täglich meine 11,5 kg schwere Tochter und meinem Rücken geht es prima)
Optik:+ hochwertiger und unglaublich weicher Stoff
+ die Farbe „Pearl“ sieht sehr elegant aus
+ viele Farbvarianten
+ moderner Look (sieht nicht so funktional aus wie manch andere Tragen)
Stillen:+ durch einfache Lockerung des Trägers, auf der Seite wo gestillt werden soll, problemlos möglich
Ablegen:+ das Ablegen eines in der Trage eingeschlafenen Babys ist problemlos möglich

Mein Trageerlebnis

Das erste Anlegen der Comfort Maxi von Schmusewolke brachte ein ganz neues Gefühl mit sich. Ich weiß noch ganz genau wie erstaunt ich war, dass ein Tragesystem so weich und anschmiegsam sein kann. Ganz ähnlich wie ein Tuch. Überhaupt nicht starr und gefühlt ganz federleicht. Der Name Schmusewolke passt hier wirklich 1A. Man hat ein richtig schönes Tragegefühl mit viel Nähe, Geborgenheit und Kuschelzeit. Die Maus ist beim ersten Reinsetzen sogar direkt eingeschlafen und hat sich sichtlich wohl gefühlt. Damit hatte die Comfort Maxi ihren Test für uns in nur 5 Minuten bestanden.

Skeptisch war ich jedoch, ob diese weiche und leichte Trage das schwere Gewicht meines Kindes gut verteilen wird. Generell bin ich eher ein Fan von über Kreuz gehenden Trägern am Rücken, da die „Rucksack Variante“ meine Schultern bisher immer so nach vorne gezogen hat und ich schnell Rückenschmerzen bekam. Zudem hat man bei der Comfort Maxi anfangs das Gefühl als verteilt sich das Gewicht des Kindes nicht ausreichend auf die Hüfte, da der Hüftgurt so weich und geschmeidig ist. Nach mehr als drei Wochen fast täglichem Tragen mit der Comfort Maxi kann ich aber sagen, dass ich nie Rückenschmerzen hatte. Ich finde sie nicht nur für kurze Distanzen ausgesprochen praktisch, sondern kann auch auf längerer Strecke die Maus angenehm tragen. Natürlich merkt man die 11,5 kg Lebendgewicht irgendwann aber das ist bei jeden Tragesystem (welches ich bisher testen konnte) so.

Eine Sache die mir an der Comfort Maxi ebenfalls sehr gefällt ist, dass man sie super verstellen kann, auch dann wenn das Kind schon in der Trage sitzt. Das erleichtert vor allem das Stillen in der Trage ungemein. Zudem kann ich die Trage sowohl unter, als auch über der Jacke tragen. Beide Varianten funktionieren sehr gut.

Der einzige Punkt welcher mich an der Trage stört ist der, dass sich beim Verwenden der Kopfstütze diese nur umständlich am Träger befestigen lässt. Gedacht ist, dass man die Bindebänder an der Kopfstütze durch eine Schlaufe am Träger zieht und festknotet. Dies fand ich schwierig, da ich die Kopfstütze nur dann verwende, wenn mein Kind eingeschlafen ist und fertig gestillt hat. In diesem Moment muss ich mit einer Hand den Kopf abstützen und habe dann nur eine Hand frei, um die Bänder festzuknoten und die Kopfstütze zu befestigen. Dies war einhändig nicht möglich und so musste ich mir Hilfe holen. Zudem dauert das Lösen des Knoten auch ein wenig, was zu Ärger bei der Maus führte als sie wach wurde und sie nicht direkt frei schauen konnte. Einfacher stelle ich mir eine Lösung mit Druckknopf oder Haken vor. Diese Varianten wären einhändig zu bedienen und lassen sich schneller wieder lösen.

Fazit:

Auch wenn ich die Trage kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen habe, hätte ich sie mir jederzeit selbst gekauft. Ich finde sie richtig toll! Sie erfüllt absolut meine Anforderungen an eine Trage für ein eineinhalb jähriges Kind. Ich kann darin stillen, Mutter und Kind haben es sehr bequem, sie sieht chic aus und trägt sich sehr leicht. Mit dieser Trage kann ich mir erstmals vorstellen tatsächlich bis 16 kg zu tragen. Sie macht einen sehr guten Eindruck und wirkt qualitativ hochwertig verarbeitet. Die schwierige Befestigung der Kopfstütze ist ein Manko, welches aber durchaus zu verkraften ist. Preis Leistung passt in meinen Augen sehr gut.

Nun wisst ihr welche beiden Tragen wir aktuell sehr gerne im Alltag verwenden (Ring Sling + Comfort Maxi). Nächste Woche stelle ich euch dann unsere lange geliebte Cybex Yema Tie vor. Diese habe ich sehr gerne getragen und trauer ihr schon ein wenig hinterher.

Bis bald
Corinna

Tragen im Test: Die Ring Sling

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Seit meine Maus zwei Monate alt ist trage ich sie (fast) ausschließlich durch die Welt. Der Kinderwagen war bei ihr schon immer irgendwie unbeliebt. Was anfänglich eine Notwendigkeit für uns war, ist mittlerweile zur großen Liebe geworden. Ich habe sie so gerne ganz nah bei mir in der Trage, kann ihr in die Augen schauen, mit ihr reden und jede Reaktion beobachten. Sie liebt es ebenfalls sehr und freut sich jedes Mal wenn sie zu mir in die Trage darf. Auch zum Stillen und Schlafen, wenn wir unterwegs sind, eignet sich das Tragen in einer Trage sehr gut.

Da ich per Zufall aktuell fünf Tragen Zuhause habe (drei eigene und zwei ausgeliehene), dachte ich, ich nutze diese Chance und schreibe zu jeder einen kurzen knackigen Testbericht. Vielleicht helfen die Artikel ja dem/der ein oder anderen in der Zukunft bei einer Kaufentscheidung. Los geht es mit der Ring Sling von Shabany*.

Shabany Ring Sling Tragetuch*

Gewicht des Kindes:3 kg bis 15 kg
Tragemöglichkeiten:Bauch (Neugeborenes)
Hüfte
Material:100% Bio-Baumwolle
Preis:69 €
Handhabung:+ anfangs muss man etwas üben, lässt sich dann aber einfach binden
+ kann auch ohne Kind umgebunden bleiben und ist damit schnell einsatzbereit
+ lässt sich klein verstaut in (fast) jeder Handtasche mitnehmen
Komfort / Sitz:+ sehr nahes Tragegefühl
+ der Stoff schmiegt sich schön an
+ sicherer Sitz vom Kind
+ Kind kann gut rausschauen
+ im Sommer durch den dünnen Baumwollstoff schön luftig
– die Bewegungsfreiheit des Armes über den der Stoff verläuft ist recht eingeschränkt
– das Tragen von Jacken und Taschen (über der Schulter wo der Stoff verläuft) ist nicht so gut möglich
Gewichtsverteilung:+ für kurze Strecken gut geeignet
– bei längerem Tragen wird die Schulter über der der Stoff verläuft stark belastet
Optik:+ sehr schöner edler Stoff
+ hübscher Ring
+ viele Farbvarianten
+ Hingucker (wir wurden oft auf die Ring Sling angesprochen)
Stillen:+ durch einfache Lockerung des Tuches am Ring problemlos möglich
Ablegen:+ das Ablegen eines in der Ring Sling eingeschlafenen Babys ist problemlos möglich

Mein Trageerlebnis

Die Ring Sling habe ich gekauft, als die Maus 11 Monate alt war. Im Nachhinein würde ich mir viel eher eine kaufen, da sie gerade bei kleineren und leichteren Kindern noch besser funktioniert. Der Grund warum ich sie kaufte war unser anstehender Campingurlaub in Spanien. Hierfür wollte ich eine leichte, klein zu verstauende und luftige Trage haben. Zudem sollte sie vom Handling her nicht zu kompliziert sein, sodass ich die Trage am besten umgebunden lassen kann. Unsere Haupttrage ist wesentlich größer und „komplizierter“ zu binden, daher wollte ich diese nicht mit in den Campingurlaub nehmen.

Für Ring Slings gibt es wie für Tragetücher und Tragesysteme unzählige Anbieter. Ich habe mir viele angeschaut und mich schließlich für die Ring Sling von Shabany entschieden. Hier hatte ich das Gefühl ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen. Da die Ring Sling nur als Zweittrage fungieren sollte, wollte ich nicht allzu viel Geld dafür ausgeben. Die Optik (Farben & Ring) und der Stoff aus 100% Bio-Baumwolle hatten ebenfalls zu meiner Kaufentscheidung beigetragen. Mit der Shabany Ring Sling bin ich bis heute sehr zufrieden. Gewaschen wurde sie auch bereits ein paar Mal und sie sieht noch aus wie neu.

Da man mit einer Ring Sling das Kind in der Regel auf der Hüfte trägt, hat dies den Vorteil, dass das Kind sehr gut rausschauen und am Leben teilhaben kann. Der Blickkontakt zwischen dem Träger und dem Kind bleibt aber trotzdem bestehen (anders als beim Tragen auf dem Rücken oder auf vorwärtsgerichtet auf dem Bauch). Größere Kinder haben zudem eine schöne Bewegungsfreiheit für den Oberkörper in der Ring Sling. Dadurch können sie gut beide Hände benutzen und nach Dingen greifen. Dies erleichtert zum Beispiel das Essen von kleinen Snacks in der Trage.

Für mich ist es bei einer Trage vorallem wichtig, dass ich meine Maus ohne viel Aufwand stillen kann. Sie schläft nämlich gerne beim Laufen in der Trage ein und dafür braucht sie aktuell noch die Brust. Mit einer Ring Sling ist das Stillen ziemlich einfach, da man nur leicht den Ring lockern braucht, der Stoff somit ein wenig länger wird und das Kind auf Brusthöhe rutscht. Ein schönes Kuschelerlebnis für Mutter und Kind.

Eine Ring Sling würde für mich persönlich nicht als Haupttrage infrage kommen, da ich einfach zu häufig und zu lange Strecken trage. Vielleicht ginge das zu Beginn noch ganz gut, aber spätestens ab 8 Kilo stelle ich mir das etwas beschwerlich vor. Zudem muss man wissen, dass man Jacken o.ä. nur sehr schlecht über die Schulter mit dem Ring ziehen kann. Auch mein Rucksack rutscht mir zum Beispiel immer wieder, von der Schulter über der die Stoffbahn verläuft, runter. Der Arm über den der Stoff verläuft ist auch eingeschränkter und man hat nicht ganz so viel Bewegungsfreiheit wie mit einem Tragesystem. Daher nutze ich die Ring Sling am liebsten in den warmen Monaten wo man eh keine Jacke braucht oder Zuhause.

Fazit:

Wer eine leichte und praktische Trage für kurze Strecken sucht, der wird mit einer Ring Sling sehr glücklich sein. Auch für die Sommermonate kann ich die Ring Sling sehr empfehlen, da der dünne Stoff schön luftig ist und Mama und Kind somit nicht allzu sehr schwitzen. Für lange Distanzen verwende ich die Ring Sling persönlich nicht. Mir wird das Gewicht auf der einen Schulter dann zu schwer und ich habe das Gefühl, dass meine Körperhaltung nicht optimal ist. Trotzdem möchte ich sie nicht missen. Ich benutze sie, im Gegensatz zu meinen anderen Tragen, auch desöfteren Zuhause. Zum Beispiel lassen sich damit Kind + Wäschekorb ganz easy in den Keller tragen. Kurz die Ring Sling über geworfen und schon kann es losgehen. Für kleinere Babys denke ich ist die Ring Sling besonders gut geeignet.

Ich hoffe der Artikel beinhaltet die wichtigsten Punkte zum Thema Ring Sling und gerne beantworte ich weitere Fragen in den Kommentaren. Im nächsten Artikel aus der „Tragen im Test Reihe“ zeige ich euch meine aktuelle Trage, eine Komforttrage. Diese ist besonders toll für größere und schwerere Kinder.

Bis bald
Corinna

Reise Essentials mit Baby (Autoreise & Campingurlaub)

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Während ich diesen Artikel schreibe, sitzen wir gerade im Auto auf dem Weg zu unseren Familien. Die Maus ist eingeschlafen, der Mann sitzt am Steuer und ich freue mich, dass die Autofahrten von Mal zu Mal entspannter werden. Denn eine gute Autofahrerin war unsere Kleine leider nie so wirklich. Daher haben wir uns letztes Jahr mehr Sorgen hinsichtlich unseres Spanienurlaubes (Autoanreise), als über den Urlaub in Florida (Flugreise) gemacht. Im Flugzeug war mir klar, kann ich meine Maus die Gänge hoch und runter tragen, sie stillen oder auf den Schoß nehmen sollte sie weinen. Im Auto ist all das schwieriger und so haben wir versucht uns anders zu helfen. Welche Reise Essentials mit Baby (Autoanreise & Campingurlaub) uns geholfen haben, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Autoreise

Blickkontakt

Von Anfang an war mir klar, dass ich die Autoreise über hinten bei meiner Kleinen sitzen werde. Bis dato saß ich bei jeder Autofahrt hinten, da sie immer die Sicherheit brauchte, dass jemand bei ihr ist. Erst mit knapp etwas über einem Jahr konnte ich dann auch mal vorne bei meinem Mann sitzen. Für den Kontakt zum Papa besorgten wir einen Spiegel*, der an der Kopfstütze des Rücksitzes, gegenüber des Kindersitzes, befestigt wird. Damit konnte die Maus nicht nur sich selbst, sondern auch den Papa beobachten. Ein kleines Gadget, welches einen großen positiven Effekt hatte.

Autositz

Zum Zeitpunkt unserer Reise befanden wir uns an dem Punkt, wo die Maus größentechnisch noch in ihren Maxi Cosi passte, aber auch schon groß genug für den Nachfolgesitz war. Da sie den Maxi Cosi nie so richtig liebte, war mir klar wir holen den nächten Sitz bevor es auf die lange Fahrt in den Urlaub geht. Sie hatte dadurch gleich viel mehr Platz, konnte bequemer sitzen und besser aus dem Fenster schauen. Der neue Sitz schaffte eine positive neue Situation beim Autofahren und ich glaube das hat dazu beigetragen, dass die zufriedener war. Für unsere nächste Reise werden wir den Sitz wahrscheinlich zum ersten Mal in Fahrtrichtung drehen. Bisher sitzt sie immer noch gegen die Fahrtrichtung, da es bis zwei Jahre die sicherere Variante ist. Wir erhoffen uns, dass der Richtungswechsel im Sitz nochmal mehr Freude am Autofahren schafft und sie noch besser die Welt durch das Fenster beobachten kann. Zusätzlich zum neuen Sitz haben wir uns auf Anraten eines befreundeten Pärchens noch einen passenden Sommerbezug* geholt. Dieser ist aus einem weichen Frotteé Stoff und verhindert, dass das Kind im Sitz (vor allem im Sommer und bei langem Sitzen) schwitzt. Zudem lässt sich der Sitz von Krümeln so vieeel einfacher reinigen und wenn mal etwas anderes daneben geht ist nur der Bezug verschmutzt und kann einfach gereinigt werden.

Pausen

Bei der Reiseplanung hatten wir lange hin und her überlegt wie wir die 11 Stunden Gesamtreisezeit sinnvoll aufteilen. 11 Stunden Autofahrt sind schon für uns Erwachsene ganz schön anstregnend, da will ich gar nicht wissen wie es den kleinen Mäusen damit geht. Im Endeffekt waren wir uns einig, dass wir die Anreise in Etappen aufteilen möchten. So ziemlich auf halber Strecke suchten wir uns in Frankreich eine Unterkunft, um am nächsten Tag mit neuer Energie die zweite Etappe bis nach Spanien fahren zu können. Auf dem Hinweg bestand die erste Etappe aus 6 Stunden Autofahrt, die zweite aus 5 Stunden. Für dem Rückweg wählten wir dieselbe Unterkunft. Immer wieder würde ich es genauso handhaben. Sechs Stunden Fahrzeit waren für uns das absolute Maximum was wir hätten machen wollen und können. Wir waren alle froh, endlich anzukommen und uns die Beine zu vertreten. Und dass obwohl wir etwa alle zwei Stunden eine Pause einlegten. Sogar mit Picknick und gezielt längerer Verweilzeit, als nur eine kurze Pinkelpause. Auch dieses Jahr werden wir eine Übernachtung auf dem Weg in den Urlaub buchen.

Schlafzeiten

Ein Tipp für alle die geregelte Schlafenszeiten mit ihren Kleinen haben: plant eure Reise so, dass die Schlafzeiten genau hier rein fallen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass die Kleinen entspannter sind, da sie öfter schlafen. Bei uns hatte das damals in Florida richtig gut gepasst. Wir sind jeden Morgen zur ähnlichen Zeit mit dem Auto an unser Tagesziel gefahren. Die Maus war nach ein paar Tagen so daran gewöhnt, dass sie automatisch ihr Morgenschläfchen im Auto machte und (mal mehr, mal weniger) ausgeruht am Ziel ankam.

Spielzeug

Beim Spielzeug haben wir darauf geachtet, dass wir zum Einen nur ihre Lieblingssachen mitgenommen haben und dass wir ein paar neue Dinge dabei hatten, die sie noch nicht kennt. Dadurch konnte sie sich mit den neuen Sachen eine gute Weile beschäftigen und war nich so schnell gelangweilt. Was uns besonders gut auf den langen Fahrten geholfen hat waren Bücher. Lesen geht bei der Maus immer. Lieder singen, „Guck guck“ spielen, Klatschspiele oder andere Albereien kamen ebenfalls immer gut an.

Der Notfallplan

Für den absoluten Notfall (Baby lässt sich nicht mehr mit Büchern, Spielsachen, Singen, Klatschen etc. beruhigen) hatten wir uns im Vorfeld einpaar Kinderserien auf’s Tablet geladen. Ein kurzer Clip reichte aus, um die Situation zu entspannen und die Laune zu heben. Wir haben auf der Hinfahrt insgesamt zwei Mal davon Gebrauch machen müssen und zwar jedes Mal kurz vor der Ankunft am Ziel. Ich war sehr froh, dass wir es nicht öfter brauchten, da ich allgemein nicht so viel von Kinderfilmen in ganz jungem Alter halte. Wenn es aber nur mal 5 Minuten sind, um eine aufgeheizte Stimmung zu lösen und das nicht zur Routine wird, bin ich damit völlig fein. Wie heißt es so schön – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Campingurlaub

Hochstuhl

Was in einem Campingurlaub mit einem Baby/Kleinkind auf keinen Fall fehlen darf ist ein praktischer Hochstuhl. Dieser muss für den Campingurlaub klein zu verstauen, stabil, wetterbeständig und einfach zu säubern sein. In unseren Augen war der ANTILOP Hochstuhl von IKEA dafür bestens geeignet. Ein mega Preis-Leistungs-Verhältnis.

Reisebett

Wenn ich von Campingurlaub spreche, dann heißt das in unserem Fall Camping mit Zelt. Es gab also nicht sonderlich viel Platz, um ein großes Reisebett aufzustellen, geschweige denn dass es noch ins Auto gepasst hätte. So musste also eine Alternative her. Online fand ich ein Pop Up Reisebett*, welches eine Freundin zufällig da hatte und uns auslieh. Dieses Bett war einfach perfekt für uns. Es hat ein super kleines Packmaß, ist einfach aufzubauen und sehr vielseitig nutzbar. Am Abend schlief unsere Maus darin im Zelt und tagsüber stellten es wir nach draußen unter den Pavillon, so dass sie an der frischen Luft ihr Schläfchen machen konnte. Ich denke das Bett wird uns auch dieses Jahr wieder begleiten.

Sonnenschutz am Strand

Als wir früher ohne Kind reisten, hat uns ein einfacher Sonnenschirm als Schattenspender gereicht. Mit Kind würde ich aber unbedingt zu einer Strandmuschel raten. Am besten eine Pop Up Strandmuschel, damit geht das Auf- und Abbauen blitzschnell. Die Strandmuschel finde ich vor allem super, wenn das Kind am Strand einschläft. Darin liegen die Kleinen vor Wind und Sand geschützt. Zudem kann man all den Krempel, den man so mit zum Strand schleppt, prima darin verstauen. Einen Schirm hatten wir zusätzlich mit dabei, damit das Kind auch beim Buddeln im Sand schön im Schatten sitzen konnte (geschweige denn es blieb mal still an einer Stelle sitzen).

Sonstiges

Welche Dinge uns ansonsten auf unsere Reise begleiteten waren eine Dachbox (ohne hätte alles gar nicht ins Auto gepasst, da der Rücksitz ja durch den Kindersitz belegt war), ein großer Pavillon (sodass man auch auf der Parzelle immer schön im Schatten sitzt und vor Regen geschützt ist) und eine Ring Sling* (um kürzere Wege auf dem Platz die Maus bequem tragen zu können). Ansonsten kann ich nur dazu raten, holt euch bei Bedarf Hilfe von euren Campingnachbarn. Es findet sich immer eine gute Seele, die einem unter die Arme greift und zum Beispiel beim Auf- oder Abbau mithilft. Ansonsten versuchen immer die Ruhe zu bewahren, auch wenn das Kind tagsüber und nachts weint, den ganzen Platz wach hält oder ständig auf die anderen Parzellen läuft. Es kochen am Ende doch alle nur mit Wasser und oft ist das Verständnis größer, als man denkt.

Ich freue mich, wenn einige Punkte dabei sind, die euch bei der Planung eurer nächsten Auto- und/oder Campingreise hilfreich sind. Wir werden ganz sicher vieles wieder genau so machen und freuen uns jetzt schon sehr auf den diesjährigen Sommerurlaub! Für weitere Reisetipps mit Baby/Kleinkind lest auch gerne die Beiträge zu unserer Florida Reise – Beitrag 1, Beitrag 2.

Bis bald
Corinna

Schokobananenkekse (vegan & zuckerfrei)

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In letzter Zeit probiere ich echt wieder viele Rezepte für süße aber gleichzeitig gesunde Gebäcke aus. Das liegt zum einen daran, dass ich ja in der Woche weitestgehend auf raffinierten Zucker verzichte, aber auch daran, dass ich meiner Maus nichts vorenthalten möchte was ich esse. Mit knapp eineinhalb Jahren soll sie für meinen Geschmack aber noch nicht zu viel Zucker konsumieren. Also heißt es ganz einfach „Süßigkeiten“ selber machen. Das ist nicht nur gut für die Figur, sondern auch für den Geldbeutel. Denn wie so oft kommen auch bei diesem Rezept ziemlich simple Zutaten ins Spiel. Wir zum Beispiel haben all das meistens sowieso Zuhause. Freut euch auf ein Rezept für leckere Schokobananenkekse. Ein Gaumenschmaus für Groß und Klein.

Zutaten für ca. 18 Kekse:

100 g Haferflocken
50 g Cashewkerne
2 EL gemahlene Leinsamen
2 EL stark entöltes Kakaopulver *
5 Datteln (über Nacht in Wasser eingeweicht)
1 reife Banane (kann auch durch ca. 3 EL beliebiges Fruchtmark ersetzt werden)
1 EL Kokosöl
2 – 4 EL Wasser von den Datteln

Zubereitung:

1. Alle Zutaten zusammen in einen leistungsstarken Mixer geben und zu einer glatten Masse mixen.
2. Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
3. Mit einem Teelöffel kleine Teigportionen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Damit der Teig nicht so am Löffel klebt und das Ganze sich einfacher portionieren lässt, den Teelöffel einfach immer mal wieder kurz in Wasser tunken.
4. Die Kekse für 15 Minuten im Backofen fertig backen.

Diese leckeren Schokobananenkekse schmecken nicht nur warm aus dem Ofen hervorragend, sondern auch abgekühlt oder sogar ein wenig angefroren. Was ich nämlich total gerne mache ist die fertigen Kekse im Tiefkühlfach einzufrieren, sodass sie länger halten. Wenn ich dann Lust auf etwas Süßes bekomme, hole ich mir einfach etwa 30 Minuten vorher ein paar aus dem Tiefkühler. Die Schokobananenkekse können so langsam auftauen und behalten innen aber noch einen knackig, erfrischenden Biss. Ein absoluter Geheimtipp!

Bis bald
Corinna

Florida Highlights

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Die Tage werden wieder länger, die Temperaturen steigen und heute hat sich der Tag wirklich schon etwas nach Frühling angefühlt. Das macht mir unheimlich Lust auf Sonne, Strand und Meer. Da der diesjährige Sommerurlaub aber noch etwas auf sich warten lässt dachte ich mir schwelge ich doch nochmal in Erinnerungen an unsere Florida Reise. Hier bin ich euch eh noch meine Highlights schuldig.

Insgesamt waren wir fast 5 Wochen unterwegs und konnten (fast) ganz Florida bereisen. Dabei haben wir einen guten Eindruck erhalten und erlebt wie unterschiedlich sich der Staat an verschiedenen Orten präsentiert. Der Süden ist geprägt durch das karibische Feeling auf den Keys und den wilden Everglades. Im Westen laden paradiesische Strände zum Baden und Relaxen ein. Der Norden bietet viel Natur und ein gediegenes, traditionelles Florida. Im Westen wird die Küste rauher und im Zentrum um Orlando pulsiert das Leben.

Rückblickend und mit acht Monaten Abstand zur Reise sind mir sieben Orte ganz besonders im Gedächtnis geblieben, die ich euch gerne ans Herz legen möchte.

Florida Keys

Wirklich jeder der schon mal in Florida war und den ich fragte was wir auf unserer Route einplanen sollen, empfahl mir die Keys. Vor allem Key West sollte einen Besuch wert sein. Wir hatten uns bei der Reiseplanung für zwei Nächte auf Key Largo in einer wirklich süßen Unterkunft entschieden. Jederzeit würden wir wieder dorthin fahren, dann aber für mindestens vier Nächte. Ein längerer Aufenthalt lohnt sich hier definitiv, auch wenn die Übernachtungskosten vergleichsweise hoch sind. So hat man Zeit alle Inseln zu erkunden und auch mal entspannt die Seele am Strand baumeln zu lassen. Denn nicht nur Key West hat einen Besuch verdient, sondern auch die Inseln auf dem Weg dorthin. Es war ein perfekter Reisestart für uns und ja, jeder Florida Reisende sollte einmal dort gewesen sein!

Everglades

Auf dem Weg an die Westküste planten wir einen Stop in den Everglades ein. Ich fand die Everglades erstaunlich facettenreich. Überhaupt nicht eintönig oder langweilig wie zunächst gedacht. Die Vegetation  verändert sich Meile für Meile und wenn man dann noch Zeit hat die Everglades außerhalb des Autos zu erleben hat man alles richtig gemacht. Wir entschieden uns ins Shark Valley zu fahren. Zwei Stunden waren wir dort und hätten locker nochmal zwei Stunden dranhängen können. Mit Baby würde ich allerdings nicht empfehlen allzu lange dort zu bleiben. Es war sehr heiß, schwül und die Moskitos warteten nur darauf den Nächsten zu stechen. In jedem Fall sind die Everglades ein Erlebnis und die Sichtung eines Alligators ist schon fast garantiert.

Naples Beach

An der Westküste findet man einen traumhaften Strand nach dem anderen. Wir waren eine Woche in Fort Myers und genossen ausgiebig die Sonne und das Meer. Der Strand dort gefiel uns schon richtig gut, aber nach einem Ausflug nach Naples wussten wir, dieser ist nochmal eine Nummer größer. Der Sand war sooo weiß, der Strand richtig breit und es gab keine hohe Bebauung, was es viel gemütlicher machte. Leider wussten wir dies vorher nicht und packten keine Badesachen ein. Hiermit sei euch gesagt, wenn ihr mal nach Naples kommt, dann schaut euch nicht nur das süße Städtchen an, sondern plant unbedingt einen schönen Tag am wunderschönen Strand ein!

Fort de Soto Park

In Florida findet man unheimlich viele Nationalparks die zum Wandern, Grillen oder Baden einladen. Viele davon befinden sich etwas mehr im Inland und ein paar weitere findet man auf den kleinen Inseln an der Küste. Im Fort de Soto Park sind wir so ziemlich durch Zufall gelandet. Oftmals sind es ja genau diese Zufälle, die sich nachher als echten Glücksgriff herauskristallisieren. Im Fort de Soto Park hat man nicht nur einen mega Blick auf die riesige Brücke zwischen Bradenton und Saint Petersburg, sondern findet auch super schöne Strandabschnitte. Und wie soll es auch anders sein, wir hatten natürlich mal wieder keine Badesachen dabei…

Apalachicola

Ein verschlafenes kleines Städtchen im Norden Floridas. Es gibt nicht viel zu sehen, aber die paar Häuser, Läden und Kaffees auf der Hauptstraße sind unheimlich liebevoll gestaltet. Man fühlt sich wie in einer US Serienkulisse und kann gut ein zwei Stunden dort verbringen und durch die Straßen schlendern. Der Weg dorthin ist allemal sehenswert, denn man fährt eine ziemlich lange und wunderschöne Küstenstraße entlang. Die Küste im Norden hätten wir gerne noch etwas weiter erkundet. Es war so schön dort und ganz weit ab vom Trubel im Westen und Süden. Der Norden wirkte wie das alte Herz von Florida und hat bestimmt noch weitere hübsche Ecken.

St. Augustine

Ein bisschen Europa in Florida findet man in St. Augustine. St. Augustine erhebt den Anspruch die älteste Stadt der USA zu sein und wenn man dort ist taucht man schon fast in eine Zeitreise in die Vergangenheit ein. Die Altstadt ist ein richtiger Touristenmagnet und man fühlt sich wie in einem Themenpark. Es hat aber trotzdem Spaß gemacht sich das koloniale Städtchen anzusehen, ein bisschen durch die City zu bummeln und eine Stadtrundfahrt mit einer kleinen Bimmelbahn zu machen. Trotz vieler Touristen ein absoluter Tip!

Orlando City Walk

Wer nach Orlando fährt der wird mit großer Wahrscheinlichkeit einen der dortigen Themenparks besuchen. Für uns kam dies aber nicht infrage, da wir mit Baby reisten. Trotzdem wollten wir uns ein bisschen Universal Feeling nicht entgehen lassen und sind durch den Tipp von Einheimischen auf dem Orlando City Walk gelandet. Hier findet man viele Restaurants, Souvenir Shops und ganz viel Universal Trubel. Auch ohne Ticket für einen Themenpark kann man hier ganz viel erleben. Das besondere Highlight sind die Gondeln, die auf dem künstlich angelegten Fluss fahren und den City Walk an ein paar ausgewählte Hotels anbindet. Wir haben bei der Ankunft an einem der Hotels geparkt und konnten auch ohne Übernachtungsgast zu sein den Gondelservice zum Walk und zurück zum Hotel nutzen. Das war schon richtig cool muss ich sagen. Würde ich jetzt einfach mal als Insider Tipp deklarieren 🙂

Am Ende unserer Reise waren wir sehr glücklich mit den ausgewählten Stops und Ausflügen. Hier und da hätten wir die Ausflüge noch besser nutzen können, wenn wir vorher gewusst hätten was uns genau erwartet (siehe Schwimmsachen vergessen). Ich kann Florida absolut für eine längere Reise empfehlen. Es gibt so viel zu sehen und zu machen, sodass für jeden etwas dabei ist und einem sicherlich nicht langweilig wird. Vor allem als Reise mit Baby/Kleinkind fanden wir Florida optimal.

War von euch schon mal jemand in Florida und hat weitere hilfreiche Ergänzungen?

Bis bald
Corinna

Von Maria Montessori inspirierte Spielecke

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Vor zwei Jahren läutete ein positiver Schwangerschaftstest die bisher größte Veränderung in unserem Leben ein. Neun Monate später wurden wir Eltern unserer energiegeladenen Tochter und rückten nicht nur emotional, sondern auch räumlich näher zusammen. Eine aufregende Zeit begann und ich genoss (und genieße immer noch) jede Sekunde mit unserer Maus. Tatsächlich machte ich mir damals aber wenig bis keine Gedanken darüber wie genau ich unsere Kleine „erziehen“ und begleiten will. Ich habe stets aus dem Bauch heraus entschieden und gehandelt. Am wichtigsten ist es mir ihr zu zeigen, dass ich immer für sie da und auf ihrer Seite bin. Egal was ist. Ich möchte ihr all die Liebe, Nähe und Geborgenheit schenken die sie braucht, denn damit kann man sein Kind ganz sicher nicht verwöhnen. Ich möchte ihr aber auch ein möglichst lern- und entwicklungsfreundliches Umfeld bieten. Besonders in den ersten zwei Jahren in denen sie mit mir Zuhause ist.

Von Anfang an war klar, dass unsere Maus erst einmal kein eigenes Kinderzimmer haben wird. Das ist räumlich in unserer Wohnung nicht wirklich möglich und daher haben wir ihr im Wohnzimmer eine Spielecke eingerichtet. Auch ohne eigenes Zimmer soll sie sich willkommen fühlen und einen Platz für sich haben. Einen Platz wo sich ihre Spielsachen befinden, wo wir lesen und wo sie sich ausruhen kann. Wie wir diese Spielecke gestaltet haben möchte ich euch heute gerne erzählen, denn dabei habe ich mich vor allem durch den pädagogischen Ansatz von Maria Montessori inspirieren lassen.

Wer ist Maria Montessori?

Maria Montessori war eine italienische Ärztin und Pädagogin, der besonders daran gelegen war die Entfaltung der Individualität des Kindes optimal zu fördern. Der Satz „Hilf mir, es selbst zu tun.“ beschreibt ihren pädagogischen Ansatz ziemlich gut. Es ging ihr unter anderem darum den inneren Lerntrieb (Selbstbildungstrieb) der Kinder mit den richtigen Materialien zu unterstützen. Die Kinder sollten in ihrem eigenen Tempo lernen und selbst entscheiden was sie lernen wollen. Der Erzieher stellt Hilfen dafür zu Verfügung, formt die Kinder aber nicht aktiv.

Die Praxis

Ganz einfach gesagt bedeutet es, dass man ein möglichst kinderfreundliches Umfeld schafft, in dem das Kind sich frei bewegen und entfalten kann. Dinge die das Kind nicht erreichen soll, werden aus dem Weg geräumt und alles was in Reichweite ist, steht dem Kind zur Verfügung. Genau so haben wir es auch gehandhabt, als wir unsere Wohnung „kindersicher“ gemacht haben. Damals noch ohne von Montessori gelesen zu haben*.

In der Spielecke der Maus, sind alle Spielsachen so positioniert, dass sie selbst dran kommt. Sie kann sich die Sachen selbst aus den Regalen holen und selbst wieder zurück stellen. In der restlichen Wohnung kann sie sich ebenfalls frei bewegen. Ihr stehen alle Türen offen und ich würde sagen hier ist zu 95% alles so sicher, dass ich ihr nicht die ganze Zeit hinterher laufen muss.

Natürlich schaue ich trotzdem in welchem Raum sie sich gerade befindet und was sie macht, lasse sie dann aber weiter machen wenn ich sehe dass alles sicher ist. Dabei ist es egal, ob sie gerade die Windelschublade aussortiert, die Schuhe aus dem Schuhschrank zieht oder die Bücher aus dem Bücherregal räumt. Sie darf die Dinge nehmen, an die sie heran kommt. Und ja, das bedeutet, dass ich des Öfteren die selben Sachen immer und immer wieder aufräumen muss. Generell finde ich ständig etwas was nicht dorthin hingehört. Auch in der Küche gibt es Schränke die sie alleine ausräumen darf, oder die ich unter Aufsicht zum Ausräumen aufmache.

Alles wo sie nicht dran soll ist entweder verschlossen oder außerhalb ihrer Reichweite. Damit fahren wir bisher richtig gut und es entspannt den Alltag Zuhause immens. Für alle ist klar was okay ist und was nicht und ich muss nicht mit einem „nein“ nach dem anderen hinter ihr her jagen. Es soll so wenige „neins“ wie nötig und so viel Freiheit wie möglich geben.

Die Spielecke

Kommen wir zur Spielecke. Ich möchte euch gerne zeigen bei welchen Dingen ich mich von der Montessori Pädagogik inspirieren ließ.

Themenzuordnung

Die einzelnen Spielsachen habe ich versucht ein wenig nach Typen zu ordnen. Bücher, Sortierspiele, Fahrzeuge, Ziehtiere, Holzspielzeug, Musik und Kuscheltiere (beides in der Kinderküche deponiert). Dadurch soll die Maus einen guten Überblick haben und schnell die Dinge wiederfinden, die sie sucht. Mit der Ordnung bin ich aber noch nicht 100% zufrieden und möchte nochmal gucken, ob ich es nicht nach Lernthemen (Mathematik, Sprache, Kunst etc.) geordnet bekomme.

Lerneffekt

Bei der Neuanschaffung von Spielsachen ist es mir mittlerweile ziemlich wichtig, dass die jeweilige Sache einen bestimmten Lerneffekt hat. Schrille Melodien und bunte Lichter sind zwar lustig anzusehen, aber pädagogisch in meinen Augen nicht so sinnvoll. Dann kaufe ich doch lieber eine gebrauchte Matroschka beim Trödelhändler meines Vertrauens und kann beobachten wie begeistert die Maus die kleinen Figuren auseinander nimmt und wieder zusammensetzt und damit ein Gefühl für Größen erhält.

Ein weiteres Highlight sind bei ihr die Tierkarten, aufgehängt in alphabetischer Reihenfolge. Diese kombinieren wir mit den bunten Buchstaben im schwarzen Körbchen (auch ein Fund beim Trödelhändler). Ich hatte keineswegs erwartet, dass sie sich schon dafür interessieren würde, aber tatsächlich kommt sie jeden Tag mehrmals mit einem Buchstaben zu mir und möchte wissen zu welchem Tier dieser gehört. Dann sage ich ihr den Buchstaben laut vor, zeichne ihn mit den Fingern nach und nenne das passende Tier. Sobald sie den Tiernamen hört fängt sie an die passende Karte zu suchen und zeigt ganz stolz darauf, wenn sie sie gefunden hat. Ein sooo schönes Spiel, welches mir auch größte Freude bereitet.

Aufbewahrung

Ansonsten habe ich darauf geachtet, dass ich so etwas wie die Steckspiele nicht fertig gesteckt, sondern auseinandergenommen aufbewahre (das gilt auch für Puzzle). Denn wer setzt schon gerne etwas zusammen das schon fertig ist! Dafür eignen sich diverse Körbchen, in denen man die Kleinteile aufbewahren kann. Mittlerweile habe ich auch die Matroschka auseinandergenommen und in einen kleinen Korb gelegt.

Alltägliches

In der Spielküche haben wir neben Töpfen, Pfannen und Kochbesteck auch Holzobst und -gemüse welches sie schneiden kann. Sie kann das alltägliche, was sie bei Mama sieht, üben und nachspielen. Das gilt auch für die Hausarbeit. Sie liebte es von Anfang an zusammen mit mir Staub zu wischen, oder mit ihrem Papa zu saugen. Also habe ich ihr einen eigenen Putzeimer zusammen gestellt. Hierin befindet sich ein Lappen, ein Kehrblech + Besen, ein Bodenwischer und ein Staubwedel. Dieser Eimer kommt ebenfalls täglich zum Einsatz und nicht selten wird die Mama zum Putzen „gezwungen“. Die Kleine zeigt dann immer ganz genau dorthin wo ich wischen soll und findet jeden noch so kleinen Staubkrümel 😀

Langlebigkeit

Für die Zukunft möchte ich besonders auf Materialien setzten die wir noch lange verwenden können, die also nicht nur für einen kurzen Altersabschnitt genutzt werden können und robust sind. Wie zum Beispiel der wunderschöne Regenbogen im linken Regal. Derzeit kann die Maus damit den Farbverlauf und das Größenverhältnis der einzelnen Bögen erlernen. Später können damit Tunnel für Autos, eine Murmelbahn oder andere Kunstwerke zusammen mit Bauklötzen gebaut werden. Ich finde so rechnet sich auch der oftmals höhere Preis und schön sieht es meistens auch noch aus.

Natürlich gibt es noch weitere Punkte die bei Montessori-Materialien beachtet werden sollten. Dazu zählt auch, dass die Sachen hauptsächlich aus natürlichen Materialien wie Holz, Metall oder Stoff bestehen. Hier würde ich sagen sind wir zwar auf ganz gutem Wege, haben aber dennoch eine Schublade voller Duplo und anderes Spielzeug aus Kunststoff.

Fazit

Ich finde das Einbinden der Montessori Pädagogik hat wirklich positive Effekte für uns und unsere Maus erzielt. Man merkt, dass sie sich mit bestimmten Dingen viel länger beschäftigt. Das sind vor allem die Dinge, die auch Mama und Papa tun. Die eigentlichen Spielsachen für Kinder lassen sie meistens kalt (Maria Montessori bewertet übrigens klassische Spielzeuge als überflüssig). Am liebsten lernt die Maus die Tiernamen + Buchstaben, putzt mit ihren Putzsachen, liest Bücher mit uns oder malt auf ihrem Maltisch (dafür nehmen wir einfach den Couchtisch und ein Flipchart Papier). Im Übrigen kommt der künstlerische Aspekt bei der Montessori Pädagogik etwas kurz. Das sollte man meinen Erachtens nicht aus den Augen verlieren.

Bisher lasse ich mich am meisten von Maria Montessori inspirieren setze aber nicht vollständig ihren Ansatz bei uns Zuhause um. Es gibt ebenfalls andere tolle pädagogische Konzepte die dieses prima ergänzen und am Ende geht es doch vor allem darum sich Zeit für sein eigenes Kind zu nehmen, es zu verstehen, zu begleiten und mit offenen Armen in das eigene Leben zu integrieren. Und auf sein eigenes Bauchgefühl sollte man eh immer vertrauen – ganz wichtig!

Wie habt ihr die Umgebung eurer Kleinen gestaltet und von was habt ihr euch dabei besonders inspirieren lassen?

Bis bald
Corinna

Gewürzmilchreis (zuckerfrei und vegan)

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Seit dem unsere Maus mit etwa sieben Monaten mit dem Essen begonnen hat, isst sie bei uns am Familientisch mit. Wir fingen direkt damit an ihr feste Nahrung zu geben und haben auf Brei verzichtet. Das hat ziemlich gut geklappt und hatte den Vorteil, dass ich für uns beide (fast) dasselbe kochen konnte. Diese Möglichkeit der Beikost nennt sich Babyled Weaning. Das bedeutet, man überlässt dem Kind was und wieviel es essen möchte und lässt es vor allem die Lebensmittel auch selbst erkunden. Ein Füttern mit dem Löffel gibt es nicht. Dafür müssen die Mahlzeiten etwas angepasst werden. Zum Beispiel sollte das Gemüse recht weich gedünstet sein, sodass es im Mund zerdrückt werden kann und alles Runde was versehentlich verschluckt werden kann (z.B. Heidelbeeren, Trauben o.ä.) sollte lieber halbiert oder platt gedrückt werden. Viele hilfreiche Infos hatte ich mir damals unter anderem auf dem Blog BreifreiBaby geholt.

Seit dem ersten Geburtstag etwa isst die Maus ganz genau das Gleiche wie wir. Zu 99% kommen die Gerichte auch gut an und es gab nur ein paar wenige Mahlzeiten, die sie nicht essen mochte. An solchen Tagen wo ich mit dem Essen nicht punkten kann (oder am Tag danach), versuche ich dann für die Maus etwas zu kochen was sie ganz sicher mag. Dazu zählen unter anderem Kartoffel-Sellerie Stampf, Makkaroni Auflauf und allerlei Gemüsesuppen. Und eben auch Gewürzmilchreis, der Hauptdarsteller dieses Beitrages. Milchreis gab es schon zu meiner Zeit als Kind und ich hatte ihn bestimmt seit mindestens 15 Jahren nicht mehr gegessen. Bis ich ihn dann für meine Tochter vor ein paar Monaten zum ersten Mal kochte. Damit kamen gleich Kindheitserinnerungen hoch und auch jetzt als Erwachsener finde ich die Geschmackskombi von Milchreis, Apfel und Zimt immer noch mega lecker!

Zutaten für 2 Personen:

150 g Milchreis
500 ml Pflanzendrink (z.B. Haferdrink)
1/2 TL Zimt
1/4 TL Vanillepulver*
optional 1 Msp Lebkuchengewürz
Apfelmark*

Zubereitung:

1. Den Milchreis heiß abwaschen und zusammen mit dem Pflanzendrink in einen Topf geben.
2. Kurz aufkochen lassen und dann auf niedriger Stufe nach Verpackungsangabe garen. Zwischendurch immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt.
3. Sobald der Reis dicker (leicht schlotzig) wird, könnt ihr die Gewürze hinzugeben. Alles gut unterrühren und den Milchreis fertig kochen.
4. Den Gewürzmilchreis zusammen mit etwas Apfelmark (ich nehme gerne ca. 4 EL) servieren.

Das Schöne ist, dass Dank des Apfelmarks und des Verzichtes auf Zucker im Milchreis, das Gericht zwar süß schmeckt, aber gar nicht so zuckerlastig ist wie in der klassischen Variante. In meinen Augen reicht alleine die Fruchtsüße des Apfels in Kombinationen mit den Gewürzen aus, um das Gericht verboten lecker zu machen. Der Gewürzmilchreis ist auch für jede Tageszeit geeignet. Bei uns gab es ihn schon zum Frühstück, zum Mittagessen oder am Abend. Und keine Sorge, ihr müsst ihn nicht extra am Morgen kochen, denn er lässt sich prima vorbereiten und im Kühlschrank über Nacht lagern.

Jetzt bin ich gespannt was denn eurer Lieblingsgericht aus Kindertagen ist, lasst es mich gerne wissen!

Bis bald
Corinna