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Geburtsvorbereitung 2.0 – Was dieses Mal anders war

Geburtsvorbereitung 2.0 - Was beim zweiten Kind anders war.

Im Oktober 2019 stand es fest. Ich war wieder schwanger und hoffentlich durften wir in neun Monaten unser zweites Baby in den Armen halten. Neben der Vorfreude schwirrten mir gleichzeitig unzählige Dinge durch den Kopf, die ich vor der Geburt noch planen und organisieren muss. Geburtsvorbereitung 2.0. Angefangen bei notwendigen Neuanschaffungen, bis hin zur Regelung der Betreuungssituation am Entbindungstag. Die Covid-19 Pandemie sorgte für zusätzliche Verunsicherung. Es brauchte einen Plan an was ich alles bei meiner Geburtsvorbereitung denken muss.

Geburtsvorbereitungskurs und Nachsorgehebamme

Bei meiner Tochter wusste ich damals, dass ich unbedingt einen Geburtsvorbereitungskurs machen möchte. Weniger um Kontakte zu knüpfen, sondern tatsächlich um mir Wissen anzueignen und meine Fragen loszuwerden. Zusätzliche Literatur nutzte ich keine. Es war damals ein gutes Gefühl auf eine Quelle vertrauen zu können, anstatt sich von zu vielen verunsichern zu lassen. Natürlich hörte ich hier und da auch weitere Tipps und Tricks, vertraute ansonsten aber auf mich und meinen Körper und dass wir das schon schaffen.

Meine zukünftige Nachsorgehebamme leitete den Kurs. Dadurch konnten wir uns im Vorfeld ausgiebig kennenlernen und Vertrauen aufbauen. Ein idealer Start. Diese Hebamme wollte ich bei Kind zwei auch wieder an meiner Seite haben. Es hatte einfach prima gepasst und sie war eine super Unterstützung. Sie war immer für uns da, drängte sich nicht auf und hatte stets die richtigen Ratschläge parat. Also schrieb ich meiner Hebamme kurz nach dem positiven Test, ob sie im Juni 2020 Zeit hätte. Glücklicherweise passte es bei ihr. Damit war recht schnell ein ganz wichiger Punkt auf meiner Liste zur Geburtsvorbereitung geklärt.

Geburtsvorbereitende Akupunktur

Eine zweite Sache, die ich auch wieder so wie beim ersten Mal machen wollte, war die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung. Ich glaube fest daran, dass sie mir schon beim ersten Mal geholfen hatte. Die Geburt verlief selbstbestimmt, ohne Komplikationen und aus eigener Kraft heraus. Daher stand fest, dieses Mal musste es auch sein! Meine Frauenärztin ging leider in Ruhestand, wodurch sie die Akupunktur nicht mehr durchführen konnte. Ich brauchte einen Plan B. Aufgrund der Covid-19 Pandemie, die gerade zu diesem Zeitpunkt aufkam, gar nicht so einfach. Gott sei Dank fand ich eine Hebamme, die trotz Covid-19 die Akupunktur anbot. Darüber war ich unheimlich froh und dankbar.

Vom Einzelkind zum Geschwisterkind

Soweit so gut. Noch ähnelte die Geburtsvorbereitung der beim ersten Kind. Neu war, dass meine Tochter auch ihren Platz bei all diesen Vorbereitungen, auf den neuen Erdenbürger, finden musste. Dabei ging es nicht nur darum wo sie sein wird, wenn wir ins Krankenhaus fahren, sondern vor allem auch wie wir sie auf die neue Familienkonstellation und ihren Bruder vorbereiten. Aus einem Einzelkind wird ein Geschwisterkind.

Wir entschieden uns dafür die Maus von Beginn an bei allem mit einzubeziehen. Wir erzählten ihr vom Baby noch bevor der Bauch sichtbar war und ich nahm sie zu (fast) allen Untersuchungen bei der Frauenärztin mit. Wir lasen Bücher darüber wie ein Baby entsteht, was passiert wenn es auf der Welt ist und sprachen darüber wie es ist ein Geschwisterchen zu haben. Wir erzählten ihr von unseren Namens Favouriten und nahmen sie bei der finalen Namensfindung mit. Auch sprachen wir regelmäßig den Tag der Geburt durch. Dann wenn Mama und Papa ins Krankenhaus fahren. Der Tag an dem ihr kleiner Bruder auf die Welt kommt. Ehrlicherweise bereitete mir dieser Tag am meisten Sorgen.

Die Betreuung

Unsere Familie wohnt recht weit weg, wodurch es nicht möglich war die Omas und Opas auf Abruf einzubestellen, sobald die Geburt losgeht. Wir brauchten die Unterstützung unserer Freunde. Also fragten wir die, bei denen wir uns sicher waren, dass die Maus sich dort wohl und sicher fühlt. Wir wussten, das wird passen. Und trotzdem war immer noch etwas Unsicherheit da. Die Maus wurde bis dahin noch nie von jemand anderem als mir ins Bett gebracht. Geschweige denn war sie einen ganzen Tag von uns getrennt. Unter anderem auch deswegen wollte ich unbedingt ambulant entbinden. Die Trennungszeit so kurz wie möglich halten.

Dokumente über Dokumente

Im Rahmen der Geburtsvorbereitung schrieb ich für unsere Freunde, ein paar Wochen vor ET, die wichtigsten Eckpunkte unseres Tagesablaufes auf. Wann stehen wir auf, wann und was gibt es zu Essen, wann spielen wir, wann ist Bettzeit. Das sollte helfen den Tag mit der Maus gut bestreiten zu können und zu verstehen wann sie hungrig oder müde wird. Zusätzlich zum Tagesablauf erstellte ich eine Checkliste mit Dingen die ich Zuhause vorbereiten musste. Das Gästebett beziehen, Gästehandtücher aufhängen, den Fresskorb für die Maus packen, Essensgeld bereitlegen, W-Lan Passwort organisieren. Denn, so war der Plan, unsere Freunde sollten wenn es los geht zu uns kommen und die Zeit bei uns Zuhause mit der Maus verbringen. So blieb sie in ihrem gewohnten Umfeld.

Diese zwei Dokumente (der Tagesablauf und die Checkliste) nahmen schnell ganz viel Druck von mir. Es war alles geklärt. Ich hatte alles Wichtige notiert und es konnte eigentlich nichts mehr schief laufen.

Ein weiteres unverzichtbares Dokument war der Geburtsplan, den ich mit ins Krankenhaus nahm. Bei der Maus hatte ich damals zwei ausführliche Vorgespräche, bei denen sich die Hebammen alles notierten. Dieses Mal fand das aufgrund von Covid-19 nicht statt. Daher schrieb ich meine Wünsche in einem Geburtsplan nieder. Mit diesem Dokument konnte ich mir sicher sein, dass wir alle (die Ärtzinnen, Hebammen, mein Mann und ich) auf dem gleichen Wissensstand sind. Alle wussten was ich möchte und was nicht. Das machte es mir auch einfacher bei gewissen Fragen standhaft zu bleiben und meine Wünsche nochmals klar zu kommunizieren.

Hat sich die Mühe gelohnt?

Am großen Tag lief alles ziemlich glatt. Die Maus hatte einen tollen Tag mit unseren Freunden, die Nacht lief erstaunlich gut und ich konnte mich voll und ganz auf die Geburt konzentrieren. Das war zu Beginn meine größte Angst, nicht 100% bei mir und dem Baby sein zu können. Die Geburt dauerte lange, verlief ansonsten aber genau so wie ich es mir wünschte. Sechs Stunden später konnte ich wieder nach Hause. Nach Hause zu meiner Maus. Nach Hause zu unseren Freunden. Das war der krönende Abschluss von neun langen und zehrenden Monaten.

Dann begann unsere Zeit zu viert. Ein wunderschöner und gleichzeitig anstrengender Start, zu welchem ich ganz bald mehr erzählen möchte.

Corinna

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