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Trockenwerden – Unser Weg mit zweieinhalb Jahren

Trockenwerden

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Mittlerweile ist es gut sieben Wochen her, dass unser zweites Kind auf die Welt gekommen ist. Zu Beginn der Schwangerschaft sagte ich noch scherzhaft wie schön es wäre, wenn wir das Trockenwerden der Maus bis dahin durch hätten und somit nur ein Wickelkind zu versorgen wäre. Dass dies nun tatsächlich Realität ist, hätte ich so nicht erwartet. Mit zwei Jahren und acht Monaten ist sie tagsüber, sowie nachts trocken.

In diesem Beitrag möchte ich euch über unseren Weg dorthin berichten. Es geht weniger darum, was wir als Eltern konkret tun können, um unser Kind trocken zu bekommen. Sondern viel mehr darum zu sensibilisieren, um diese Phase des Trockenwerdens optimal zu begleiten. Auf das Kind zu hören, Druck rauszunehmen und den natürlichen Prozess des Trockenwerdens auf sich zukommen zu lassen. Mit kleinen Tipps und Tricks, die uns auf dieser Reise geholfen haben.

Trockenwerden – Der Ablauf

Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen. Als die Maus vor vier Monaten, ziemlich zu Beginn des Corona Lockdowns, eines Morgens sagte: „Ich möchte keine Windel anziehen“. Mein Mann und ich waren kurz stutzig. Keine Windel? Ob das gut geht? Ohne dies aber weiter zu hinterfragen oder sie in eine Richtung zu drängen sagten wir: „Okay, probieren wir es aus.“.

Wir haben in diesem Moment ganz einfach der Maus vertraut. Dass sie weiß was sie tut und anscheinend für sich den richtigen Zeitpunkt gefunden hat, um einen neuen Schritt in ihrer Entwicklung zu gehen.

Für uns hätte es zeitlich nicht besser sein können. Die KiTa hatte zu, das öffentliche Leben stand still und wir waren aufgrund von Corona eh nur Zuhause. Wenn das keine optimalen Bedingungen waren das Trockenwerden anzugehen, dann weiß ich auch nicht. Also ließen wir es darauf ankommen. Wir ließen die Windel tagsüber weg und nutzten anfangs noch eine Nachtwindel. Die Maus war sichtlich zufrieden und es war ihr absolut bewusst, dass nun eine neue Form der Selbständigkeit auf sie wartete.

Die erste Woche

In der ersten Woche versuchten mein Mann und ich die Maus so oft wie möglich daran zu erinnern, dass sie nun keine Windel mehr anhat und daher die Toilette aufsuchen soll, wenn sie mal muss. Der Reminder war sehr wichtig, da sie im Spiel noch oft vergaß, dass die Windel nun weg war. Natürlich ging in dieser Zeit einiges daneben. Das war aber überhaupt nicht schlimm und genauso kommunizierten wir es auch an sie. Es gehörte zum Prozess dazu und genügend Wechselsachen, sowie Tücher zum Saubermachen hatten wir stets bereit. Eineinhalb Wochen später ging kaum noch etwas daneben. Die Maus wurde sicherer in ihrer körperlichen Wahrnehmung und immer stolzer, dass sie so selbständig war.

Zu dieser Zeit waren wir immer noch viel Zuhause und konnten sie regelmäßig an den Toilettengang erinnern. Ich würde sagen dies war auch mit die wichtigste Aufgabe von uns Eltern, um beim Trockenwerden zu helfen. Für das Kind da sein, regelmäßig erinnern und beruhigen, sollte doch mal etwas daneben gegangen sein. Einfach den Rückhalt und die sichere Umgebung für diese wichtige Entwicklung bieten.

Der weitere Verlauf

Etwa gegen Ende der zweiten Woche nahmen wir uns dann immer weiter zurück, wenn es um das Erinnern an den Toilettengang ging. Sie sollte nun selbst daran denken und merken wann der Richtige Zeitpunkt war zu gehen. Und das machte sie auch richtig gut. Mitten im Spiel flitzte sie dann aufeinmal davon und schaffte es in der Regel rechtzeitig. Den Ablauf auf der Toilette begleiteten wir weiterhin eng. Zeigten ihr die einzelnen Schritte, wiesen auf das Händewaschen danach hin und versuchten für sie einen klaren, immer wiederkehrenden Ablauf zu schaffen.

Das ging wiederum etwa zwei Wochen so. Sie forderte in dieser Zeit die Begleitung auf der Toilette stets bei uns ein. Nach diesen zwei Wochen versuchte sie immer mehr und mehr alleine zu schaffen. Sie war sooo stolz auf sich, wenn sie wieder etwas alleine geschafft hatte!

Wir als Eltern hielten uns stets raus, wenn sie sagte, dass sie etwas alleine machen möchte. Waren aber immer physisch anwesend. Wir waren in etwa die ganze Zeit wie ein Schatten bei ihr. Ein Schatten der da war, sollte sie Hilfe benötigen, der sich aber nie aufdrängte oder meinte sie belehren zu müssen. Nein im Gegenteil. Wir unterstützen die Maus darin es so zu machen wie sie wollte und zeigten nur gewisse Hygieneregeln und Abläufe auf.

Nach insgesamt sechs Wochen würde ich sagen, war das Trockenwerden tagsüber geschafft. Und dann kam kurz darauf auch schon der nächste überraschende Schritt.

„Ich möchte keine Nachtwindel mehr haben.“

Genau das war der danach folgende Wunsch der Maus. Und damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet! Trockenwerden in der Nacht. Keine Nachtwindel mehr, puh. Die Möglichkeiten hier zu unterstützen waren nun nur noch minimal. Also hieß es ganz viel Vertrauen in die Maus zu setzen und es einfach darauf ankommen zu lassen. Auch hier haben wir ihren Wunsch nie infrage gestellt, sondern nach Lösungen zur Umsetzung gesucht.

Zugegeben, die ersten anderthalb Wochen ging oft etwas daneben. Darauf hatten wir uns jedoch im Vorfeld eingestellt und die Betten, das von der Maus und unseres, entsprechend vorbereitet. Molton, Wickelunterlage, Wechselschlafsachen und Waschmaschine waren unsere besten Freunde. Morgens wurde meistens dann schnell eine Wäsche angestellt und gleich war alles wieder tippi toppi.

Eineinhalb Wochen später schien der große Meilenstein erneut geschafft zu sein. Die Maus war die Nacht über trocken. Auch hier war sie wieder super stolz auf sich, wenn wir sie morgens darauf aufmerksam machten, dass sie trocken geblieben ist und immer noch das selbe Schlafoutfit anhat. Dieses Grinsen in ihrem Gesicht war mit keinem Geld der Welt zu bezahlen!

Trockenwerden – Unsere Ausstattung

Während des Trockenwerdens haben wir unsere Ausstattung immer wieder etwas angepasst. Zunächst starteten wir mit einem Töpfchen*, welches im Wohnzimmer seinen Platz fand. Das war einfach der Ort an dem wir uns am meisten aufhielten und die Maus den kürzesten Weg hatte, wenn es darum ging schnell auf Toilette zu flitzen.

Um das Töpfchen* herum bauten wir nach ein paar Tagen eine Art Sichtschutz aus einem großen Pappkarton, da wir merkten, dass sie sich etwas mehr Privatsphäre wünschte. Es war ihr sichtlich unangenehm so ganz unter Beobachtung zu stehen. Mit dem Sichtschutz kam der Prozess dann so richtig ans Laufen.

Diese Lösung (Töpfchen + Sichschutz, im Wohnzimmer) hatten wir etwa dreiWochen lang. Dann wanderte das Töpfchen* ins Gäste WC. Nun hieß es also den Weg zur Toilette zu schaffen und sich an den neuen, finalen Ort zu gewöhnen.

Nachdem dieser Schritt ziemlich gut funktionierte, tauschten wir ein bis zwei Wochen später das Töpfchen* gegen einen Kinder Toilettensitz* plus Tritthocker aus. Nun war es also soweit und die Maus ging „ganz normal“ wie Mama und Papa auf Toilette. Im großen Bad nutzten wir von Beginn an einen Kinder Toilettensitz*, wodurch sie die Konstellation bereits etwas gewohnt war.

Ich glaube es war für das Trockenwerden ganz wichtig, dass wir sie überall mit einbanden. Wir besprachen jeden neuen Schritt gemeinsam, sie durfte die Pakete auspacken als Töpfchen und Sitz ankamen und baute alles mit auf und ein. Es war ihr Prozess und genau das sollte sie spüren.

Jedes Kind ist anders

Jedes Kind ist natürlich anders und damit ist der Prozess des Trockenwerdens auch immer ein anderer. Was ich aber mitgeben möchte ist, dass eine gewisse Übergangszeit ganz normal ist, bis sich solch ein neuer Schritt eingependelt hat. Bei uns waren das immer etwa eineinhalb bis zwei Wochen. Die ging es durchzuhalten und danach wurde es Tag für Tag einfacher.

Ich würde auch immer wieder abwarten, bis das Kind von selbst den Wunsch äußert die Windel loszuwerden und es nicht unnötig in eine Richtung drängen. Zuhören, die Wünsche aufnehmen, respektieren und das Kind den Prozess leiten lassen. Lösungen vorschlagen und emotionale Stütze sein, wenn es mal nicht so gut läuft.

Mittlerweile schafft die Maus den Toilettengang komplett alleine. Je nach Tagesform möchte sie mal mehr, mal weniger dass Mama oder Papa helfen und das ist okay so. Ich freue mich unheimlich für sie, dass sie diesen Meilenstein geschafft hat und damit ein gutes Stück selbständiger geworden ist.

Erzählt mal, welche Erfahrungen habt ihr mit dem Trockenwerden eurer Kleinen/Großen gemacht?

Bis bald, Corinna

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