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Unsere KiTa Eingewöhnung mit 21 Monaten – ein Auf und Ab der Gefühle

Ziemlich früh stand fest, dass die Maus mit etwa zwei Jahren in die KiTa gehen wird. Meine Elternzeit hatte ich für zwei Jahre beantragt. Nach der Elternzeit wollte ich halbtags wieder arbeiten gehen. Vormittags, 5 Stunden pro Tag, 5 Tage die Woche. Nachmittags war ich dann wieder für meine Kleine da, so der Plan.

Wir meldeten unsere Maus also bei den KiTas an und hofften im September 2019 mit der Eingewöhnung starten zu können. Ab Oktober wäre es für mich dann wieder losgegangen. Tatsächlich erhielten wir auch die Zusage von unserer favorisierten KiTa. Allerdings mit dem Start der Eingewöhnung im Juli 2019. Huch, das war uns eigentlich vieeel zu früh. So freundete ich mich doch gerade erst damit an meine Kleine ab September abzugeben.

Da unsere KiTa im August und September allerdings insgesamt drei Wochen geschlossen hatte und nach den Ferien andere Kinder für die Eingewöhnung geplant waren, mussten wir früher als gedacht starten. Vier Wochen Eingewöhnung, drei Wochen Ferien und nochmal vier Wochen Zeit bis ich wieder arbeiten gehe.

Wie unsere Eingewöhnung verlief, welche Höhen und Tiefen wir hatten, dass möchte ich gerne mit euch teilen. Denn um ehrlich zu sein hatte ich von Beginn an ein wenig Bauchschmerzen bei dem Thema. Mein Herz schlägt eigentlich sehr dafür sie bis zum Kindergartenalter selbst zu betreuen. Leider geht das aber nicht.

Woche 1

Die erste Woche verlief wie im Fluge. Wir sollten erstmal für ein bis eineinhalb Stunden dort bleiben und die Erzieher*innen, sowie Kinder kennenlernen. Uns an die Räumlichkeiten gewöhnen und Abläufe mitmachen. Von Trennung war noch gar keine Rede. Die Maus war von Beginn an sehr gelöst, erkundete alles Neue und trennte sich sogar ein paar Mal für kurze Zeit von mir (ich blieb allerdings noch im Gruppenraum). Sie war so neugierig und verstand noch gar nicht was um sie herum passierte. Es gab keine Tränen, keine Trennungsängste oder ähnliches.

Woche 2

In der zweiten Woche begannen wir mit den ersten Trennungsversuchen. Ich verbrachte etwa die halbe Woche über jeden Tag mehr als eine Stunde im Nebenraum. Sie machte das klasse mit der Trennung und war sich sicher „Mama kommt wieder“. Trotzdem merkte man wie anstrengend die Zeit in der KiTa für sie war. Sie war müder als sonst und suchte nach der Zeit in der KiTa sehr viel Nähe.

Woche 3

Die dritte Woche war ziemlich emotional. Ich hatte das Gefühl, dass sie hier auf einmal verstand was die Trennung für sie bedeutete. Dass Mama eine Zeit lang weg war. Mittlerweile sogar nach Hause fuhr und sie alleine in der KiTa bleibt. Sie blieb jetzt von 09:30 Uhr bis etwa 12:00 Uhr in der KiTa. Aß mit den anderen Kindern zu Mittag und wurde dann wieder von mir abgeholt. In dieser Zeit liefen das erste Mal Tränen und man merkte, dass sie die Trennung nicht wollte. Trotzdem hatte sie auch viel Spaß beim Spielen und Vertrauen zu ihrer Bezugserzieherin.

Woche 4

Der Start der vierten Woche war leider nicht so gut, da die Maus mit Fieber krank Zuhause blieb. Daher machte ich mir etwas Sorgen wie der weitere Wochenverlauf werden würde. Tatsächlich aber war dies die beste Woche bisher. Die Maus spielte sehr viel, vertraute sich auch den anderen Erzieher*innen an und begann sich so richtig für die anderen Kinder zu interessieren. Am letzten Tag vor den Ferien berichtete mir die Bezugserzieherin, dass sie denkt der Knoten sei so langsam geplatzt. Die Maus hatte nicht einmal mehr geweint und war die ganze Zeit über sehr zufrieden.

3 Wochen KiTa Ferien

Dann folgten drei Wochen KiTa Ferien. Ich machte mir im Vorfeld Gedanken wie ich diese Zeit gut überbrücken kann. Wie ich der Maus diese drei Wochen begreifbar machen kann und wie ich verhindere, dass sie die KiTa vergisst. Ich dachte, dass etwas visuelles dabei bestimmt hilft und erstellte einen stark vereinfachten KiTa Ferien-Kalender. Dieser bestand im Prinzip aus so vielen leeren Kästchen, wie es Schließtage gab. Ins letzte Kästchen, der Tag an dem die KiTa wieder losging, fügte ich das Logo der KiTa ein. Der Rest blieb leer. Nun konnte die Maus jeden Tag in den Ferien ein leeres Kästchen mit bunten Filzstiften ausmalen. Ich sagte ihr, dass wenn alle Felder ausgemalt sind, die KiTa wieder losgeht. Und sie verstand es. Der Ferienkalender war das absolute Highlight jeden Tages und sie freute sich mit jedem ausgemalten Kästchen mehr und mehr auf den KiTa Start.

Woche 5

Auf den ersten KiTa Tag nach den Ferien freute sich die Maus unheimlich. Sie erzählte schon Tage vorher davon. Als es aber soweit war, klammerte sie sich ganz arg an mich. Es fiel ihr schwer loszulassen und erst nach einiger Zeit ging sie in den Gruppenraum zum Spielen. Nach der Trennung war wieder alles bestens, sodass wir nach den Ferien zum ersten Mal die Betreuungszeiten erweiterten. Nun brachte ich sie um 09:00 Uhr hin und holte sie etwa um 13:00 Uhr ab. Neu für die Maus war nun, dass sie sich nach dem Mittagessen mit den anderen Kindern ausruhen sollte. Das war für sie ganz schwer und ein sehr emotionales Thema. Bis dato war sie es gewohnt nur bei Mama einzuschlafen (egal ob tagsüber oder abends). Ihr fiel es schwer sich in der KiTa fallen zu lassen und weinte daher auch sehr viel. Der Beginn unserer emotionalsten Zeit der Eingewöhnung.

Das Abgeben und Abholen war nun immer von Tränen begleitet. Die Trennung am Morgen war schwer, aber sobald diese geschafft war, spielte die Maus ganz gelöst in der KiTa. Mama war kein Thema mehr. Sobald es aber wieder ans Abholen ging, kochten die Emotionen wieder hoch. Das war für uns beide richtig schwer und es ging so weit, dass sie mir am Abend vorher sagte sie wolle am nächsten Tag nicht in die KiTa. Die Trennung verarbeitete sie viel im Schlaf, sodass unsere Abende unruhiger waren und sie öfter nach Mama rief.

Woche 6

Woche sechs begann wie Woche fünf aufgehört hatte. Mit einigen Tränen. Dafür war die Zeit in der KiTa aber richtig gut. Sie konnte sich das erste Mal ein bisschen auf das Ausruhen in der KiTa einlassen und fing nicht mehr an zu weinen. Man merkte, dass sie die Trennung jetzt so richtig begriff und zunächst versuchte diese gar nicht zuzulassen. So langsam begriff sie aber auch, dass Mama wirklich immer, immer, immer wieder kommt und sie nicht alleine gelassen wird. Der Montag war sehr emotional, der Dienstag schon etwas besser und der Mittwoch war super. Am Mittwoch konnte ich sie das erste Mal ganz ohne Weinen abgeben und auch beim Abholen ging es ihr sehr gut. Diese Entwicklung stimmte mich unheimlich zufrieden.

Woche 7

Eine Woche die alles veränderte. Nachdem die sechste Woche der Eingewöhnung mit vielen Auf und Abs verbunden war, war ich etwas nervös wie es weitergeht. Es war die vorletzte Woche meiner Elternzeit und so langsam spürte ich den Druck, dass „es doch endlich klappen muss“. Die Verabschiedung am Morgen lief jetzt schon viel besser, aber das Essen in der KiTa und vor allem der Mittagsschlaf machten uns allen (Eltern + Erzieher*innen) noch Sorgen. Am Montag von Woche sieben sprach ich mit der Bezugserzieherin was wir tun können, um der Maus zu helfen. Wir sammelten ein paar Ideen und wollten vor allem den Rhythmus durchbrechen, dass die Kleine jeden Tag Zuhause ihren Mittagsschlaf nachholte, der in der KiTa fehlte. Sie sollte die Sicherheit haben, dass sie auch in der KiTa schlafen darf und nicht bis Zuhause warten muss.

Also sprach ich auf dem Nachhauseweg mit ihr und sagte: „Heute mein Schatz, machen wir das letzte Mal Mittagsschlaf Zuhause. Ab morgen darfst du dann in der KiTa schlafen.“ Sie reagierte darauf erstaunlich entspannt und tatsächlich machte sie, wie von Zauberhand, am darauffolgenden Tag ihren ersten Mittagsschlaf in der KiTa. Ich konnte es kaum glauben und war sooo stolz auf die kleine Maus! Am Mittwoch schlief sie wieder dort und am Donnerstag und am Freitag. Auf einmal war der Knoten geplatzt. Sie ging auf einmal auch richtig gerne in die KiTa. Wo vorher immer noch viel Angst zu spüren war, war jetzt Vorfreude. Und das alles, obwohl der Papa sie ab dem Dienstag morgens zur KiTa brachte. Bisher übernahm ich die Aufgabe, aber mit dem Wiedereinstieg in den Job konnte ich dies nicht mehr tun. Daher war dies nun die Aufgabe des Papas.

Unsere KiTa Eingewöhnung mit 21 Monaten - ein Auf und Ab der Gefühle

Wir sind eingewöhnt

Ganze sieben Wochen hat unsere Eingewöhnung gedauert. Plus drei Wochen KiTa Ferien. Ich war sooo froh, dass wir früh mit der Eingewöhnung angefangen hatten. Wir hatten Zeit, brauchten uns und der Kleinen keinen Druck machen und konnten ganz Behutsam vorgehen. Es war eine anstrengende Zeit für alle, die sich am Ende aber auszahlte. Jetzt lief es sehr gut und auch wenn die nächste Talfahrt bestimmt irgendwann nochmal kommt, so bin ich doch sehr beruhigt, dass die Maus angekommen ist. Angekommen bei sich selbst, in der KiTa und bei ihrer Bezugserzieherin. Wir sind richtig stolz!

Jetzt heißt es in Kürze für die Mama sich in den neuen/alten Job einzugewöhnen. Davor habe ich schon großen Respekt und kann nur allzu gut nachvollziehen wie die Maus sich wohl gefühlt haben muss. Aber auch das werde ich irgendwie meistern und schließlich wachsen wir alle an neuen Herausforderungen. Egal ob groß der klein.

Es wird noch ein Beitrag folgen, in dem ich euch die Ideen vorstelle, die wir genutzt haben um die Trennung in der Eingewöhnung zu überbrücken. Sowohl für einen normalen KiTa Tag, als auch in der Ferienzeit. Die Überbrückung der Trennung empfand ich nämlich als ganz besonders wichtig.

Bis bald, Corinna

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