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Erfahrungsbericht zum Campingurlaub mit Kleinkind

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Den Sommerurlaub im Süden auf dem Campingplatz zu verbringen war für uns als Kinder jedes Jahr DAS Highlight. Wie haben wir es geliebt. Direkt am Meer sein, frei sein, keine feste Uhrzeiten, nur wenige Regeln und viele neue Freundschaften. Auch unsere Eltern konnten den Urlaub jedes Mal in vollen Zügen genießen und irgendwie bedeutete Campingurlaub für alle die maximale Entspannung. Trotz dessen wir in dieser Zeit Selbstversorger waren, mit allen Vor- und Nachteilen. Selber kochen, selber Abspülen und selber Wäsche waschen. Ähnlich wie Zuhause, aber doch anders.

Genau dieses Erlebnis wünsche ich mir auch für meine Familie und nachdem ich meinen Mann bereits vor Jahren vom Campen überzeugen konnte, fahren wir natürlich auch mit der Maus im Sommerurlaub auf den Campingplatz. Welche Reise Essentials man bei einem Campingurlaub mit Baby so dabei haben sollte erzählte ich euch bereits im letzten Jahr. Damals war die Maus noch nicht ganz ein Jahr alt.

Dieses Mal war sie 21 Monate alt und der Campingurlaub mit Kleinkind sah gleich ganz anders aus, als noch ein Jahr vorher. Trotzdem war es wieder wunderschön und wir haben ihn alle sehr genossen. Wie wir gereist sind, was wir gemacht haben und worauf wir achteten bei unserem Campingurlaub mit Kleinkind, dass möchte ich euch heute erzählen.

Erfahrungsbericht zum Campingurlaub mit Kleinkind

Die Zielauswahl

Während unserer Camper Karriere haben wir bereits einige Campingplätze kennen und lieben gelernt. Dabei stehen zwei ganz oben auf der Liste. Der „Camping Aquarius“ in Spanien und der „Union Lido“ in Italien. Der eine ganz klein und familiär und der andere riesengroß mit jeder Menge Angeboten. Sie sind miteinander überhaupt nicht zu vergleichen und haben beide ihren ganz eigenen Charme. Besonders auf dem „Camping Aquarius“ sind wir sooo gerne, dort fühlen wir uns so einfach „zuhause“. Hier machten wir im letzten Jahr auch unseren ersten Campingurlaub mit der Maus.

Dieses Jahr wollten wir ganz bewusst einen neuen Platz ausprobieren. Besonders kinderfreundlich sollte er sein, direkt am Meer gelegen, mit gutem Sanitär und in Italien. Das waren unsere wichtigsten Kriterien. Zur Platzauswahl nutzen wir schon seit Jahren den ADAC Campingführer (gibt es mittlerweile auch als App). Hier sind unheimlich viele Campingplätze aufgelistet und man kann sehr einfach filtern, welche für einen selbst in die nähere Auswahl kommen. Nach ein bisschen Recherche entschieden wir uns für einen Campingplatz in der Nähe von Livorno, Italien (Toskana). Dieser schien alle für uns wichtigen Kriterien zu erfüllen und war mit einer Anfahrtszeit von 9 Stunden auch ideal gelegen.

Die An- & Abreise

Mit unserer Erfahrung aus dem letzten Jahr und anderen längeren Autofahrten, war uns sofort klar, dass wir auf dem Hin- und Rückweg eine Übernachtung einplanen. Ziemlich auf halber Strecke lag Como und war damit der ideale Zwischenstopp. Dort übernachteten wir bereits, als wir vor zwei Jahren Urlaub in der Toskana machten. Das Hotel kannten wir daher schon und buchten es kurzerhand nochmal.

Es handelte sich dabei um das „ibis Hotel Como“. Dieses lässt sich sehr gut erreichen, hat moderate Preise und bietet für eine Nacht völlig ausreichende Zimmer. Zudem kommt man von dort ziemlich schnell nach Como an den See (sollte am Nachmittag/Abend noch etwas Zeit sein), es gibt fußläufig einen großen Supermarkt und einen hoteleigenen Parkplatz der in der Nacht abgeschlossen wird.

Dank dieses Zwischenstopps hatten wir pro Etappe etwa 4 – 5 Stunden Fahrzeit am Tag. Das ist mit Kleinkind und auch mit Baby super machbar. Man kann ganz entspannt fahren, hat genügend Zeit für Pausen, kann ausgeschlafen nach dem Frühstück losfahren und kommt zu einer vernünftigen Tageszeit am Ziel an. So kann der Campingurlaub mit Kleinkind gut starten und auch Zuhause kommt man auf dem Rückweg weniger gestresst an.

Zelt Auf- und Abbau

Aktuell gehören wir noch zu den Campern mit Zelt. Unseren Traum vom Wohnwagen möchten wir uns in der Zukunft irgendwann noch erfüllen. Denn mit Zelt braucht es etwas mehr Organisation und Zeit bis alles steht. Ehrlich gesagt machten wir uns vor dem Urlaub ein wenig Gedanken darüber, wie der Zelt Auf- und Abbau mit der Maus klappen wird. Denn es braucht zwei Personen, die gleichzeitig mithelfen. Alleine geht es nicht und helfen konnte die Maus uns dabei leider auch nicht wirklich. Also mussten wir irgendwie für eine gute Beschäftigung ihrerseits sorgen.

Die erste Maßnahme, als wir ankamen, war daher ihr Sandelzeug plus Ball auszupacken und damit eine kleine Ecke zu schaffen, in der sie ganz in Ruhe spielen konnte. Der Plan war gut, die Realität sah anders aus. Viel spannender fand sie das ganze Gepäck, welches aus dem Auto geräumt und auf der Parzelle arrangiert wurde. Also ließen wir sie einfach damit spielen. Passten auf, dass Hammer, Heringe und andere gefährliche Gegenstände aus dem Weg geräumt waren und wuselten so gut es ging um sie herum. Mit dieser Taktik schafften wir es sogar erstaunlich gut das Zelt aufzubauen. Den Pavillon baute der Papa alleine auf, die Mama gespaßte in der Zeit das Kind und umgekehrt passte der Papa auf, als die Mama das Zelt einräumte.

Ähnlich machten wir es auch bei der Abreise. Den Abend vorher packte ich alles im Zelt zusammen, sodass wir dies am Tag der Abreise nicht mehr machen mussten. Also brauchten nur noch die Taschen ins Auto gepackt, das Zelt und der Pavillon abgebaut und die Familie einmal abgeduscht und frisch gemacht werden, bevor wir die Rückreise antraten. Ich finde, wenn man die Kleinen gut in die eigenen Tätigkeiten mit einbindet und nicht als Störenfried empfindet, dann lässt sich so ein Zelt Auf- und Abbau, auch ohne „Babysitter“, wirklich gut meistern.

Auf dem Campingplatz – Organisation, Aktivitäten & Co.

Fertig aufgebaut und eingerichtet konnte der Urlaub starten. Als erste Maßnahme streiften wir über die Anlage, um uns ein wenig zu orientieren. Wo sind die Waschhäuser, der Supermarkt, das Restaurant, der Strand, Pool usw. Richtig toll war das Kinderwaschhaus auf dem Campingplatz. Hier gab es ganz viele Kabinen mit kleinen Toiletten, Duschen, Handwaschbecken und Babybadewannen. Die Maus fühlte sich dort sofort pudelwohl.

Somit nutzten wir in den zwei Wochen ausschließlich das Kinderwaschhaus, um sie frisch zu machen. Der Versuch mit ihr zusammen in der „Erwachsenendusche“ zu duschen scheiterte kläglich. Das hatte zur Folge, dass das Fertigmachen am Abend immer etwas länger dauerte. Somit hatten wir nach ein paar Tagen die folgende Routine: Zurück am Zelt schnappte ich mir die Duschsachen der Maus und ging mit ihr zum Kinderwaschhaus. Dort duschte ich sie und machte sie fertig. In derselben Zeit konnte der Papa alleine duschen.

Danach war ich dran mit alleine duschen und der Papa nutzte die Zeit um das Abendessen zuzubereiten. Die Maus spielte dann meist an der Parzelle oder half dem Papa beim Kochen. Wenn ich vom Duschen kam war das Essen meistens schon fertig und wir konnten alle zusammen zu Abend essen. Insgesamt hat das ganze Prozedere bestimmt über eine Stunde gedauert. Uns war aber wichtig, dass alle auf ihre Kosten kommen und auf nichts verzichten müssen (z.B. in Ruhe duschen zu können). Daher nahmen wir den Zeitaufwand gerne in Kauf.

Ansonsten ließen wir die Tage sehr auf uns zukommen. Wir planten nur wenige Ausflüge und genossen es auch einfach mal nichts zu machen. Die Maus ließen wir sich frei in unserem Blickfeld bewegen, sodass sie die Umgebung erkunden konnte. Sie sah jeden Tag sooo dreckig und staubig vom Spielen in der Natur aus, aber genau so muss es sein! Man darf bei einem Campingurlaub mit Kleinkind echt nicht zimperlich sein und muss es einfach ein Stück weit in Kauf nehmen, dass die Füße dauer-dreckig sind, überall Staub klebt und das Kind von oben bis unten in Sand paniert ist. Es brauchte Wochen bis wir den ganzen Sand aus den Haaren gewaschen hatten.

Die Zeit auf dem Campingplatz verbrachten wir meistens am Strand oder am Pool. Beides war auf seine eigene Art und Weise super. Am Strand hatten wir das Meer, die Wellen, den Sand, konnten Schildkröten oder Burgen bauen und hatten jede Menge zu gucken. Der Pool bot sich zum Schwimmen, Planschen und Relaxen an. Wir hatten eine gemütliche Liege, konnten uns Snacks und Getränke an der Bar holen und mussten nicht so übervorsichtig wie am Meer mit der Maus sein. Wir hatten sie dort einfach besser im Blick und mussten uns keine Sorgen über zu hohe Wellen o.ä. machen. Es war die Mischung aus beidem, die es für uns so perfekt machte.

Ansonsten waren wir natürlich jeden Abend in der Mini Disco. Die Maus liebte die Disco und tanzte sich jedes Mal so richtig müde. Gerne waren wir auch auf dem campingeigenen Spielplatz, den Hüpfburgen oder im Bällebad. Im Urlaub entwickelte die Maus das erste Mal Interesse für andere Kinder und da war es natürlich toll sich dort aufzuhalten, wo sich alle tummelten.

Folgende Tagesaufgaben / -abläufe hatten wir nach kurzer Eingewöhnungszeit auch recht schnell eingeteilt. Den morgendlichen Gang zum Bäcker erledigte ich stets zusammen mit der Maus, den Abwasch des Geschirrs machten Mama und Papa immer im Wechsel und generell kümmerte sich immer einer um die Maus, wenn der andere gerade etwas machen wollte/musste.

Die Ausflüge

Vor unserer Zeit mit Kind machten wir etwa jeden zweiten Tag kleinere und größere Ausflüge. Jetzt kommen wir in Summe vielleicht auf drei bis vier Ausflüge innerhalb von zwei Wochen. Das ist deutlich weniger, für uns aber wesentlich entspannter. Wenn wir irgendwohin fahren, dann suchen wir Ziele heraus, die möglichst nah gelegen sind und Möglichkeiten für die Maus bieten sich frei zu bewegen. Einen straff geplanten Städtetrip, herausfordernde Wandertouren oder ähnliches lassen wir bewusst sein. Lieber schlendern wir durch kleine Gassen und schauen uns süße Städtchen an. Ganz ohne Plan, ganz ohne Druck. So erlebt man viel eher positive Überraschungen, als herbe Enttäuschungen.

Während unserer Zeit in der Toskana machten wir insgesamt drei Ausflüge. Das am weitesten entfernte Ausflugsziel war etwa 20 Minuten zu fahren. Die Ausflüge machten wir alle vormittags, sodass wir nicht gerade in der prallen Mittagssonne herumliefen und auf dem Rückweg immer noch einen kurzen Stopp zum Einkaufen einplanen konnten. Zurück am Platz konnte die Maus dann direkt ihren Mittagsschlaf machen. Generell ist das Kombinieren der Ausflüge mit dem Lebensmitteleinkauf ein Tipp den ich empfehlen kann. So kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und alles auf einer Tour erledigen.

Der Schlaf

Der Schlaf ist wahrscheinlich ein Punkt über den sich einige Gedanken machen, wenn es darum geht einen Campingurlaub mit Kleinkind zu planen. Schon nach unserem ersten Campingurlaub wussten wir aber, hier gibt es so gar keinen Grund für Bedenken. Tatsächlich regelt sich der Schlaf im Campingurlaub fast von alleine. Nach drei bis vier Tagen hatte sich bei uns allen ein neuer Rhythmus eingespielt. Der Mittags- und Abendschlaf unserer Kleinen passte sich direkt daran an.

Für den Mittagsschlaf war es uns wichtig immer am Platz zu sein. Dort konnte sich die Maus am besten erholen und auch Mama und Papa konnten eine Pause einlegen. Ich brauchte sie dort nicht einmal in den Schlaf zu schaukeln, zu singen oder ähnliches. Sie schlief einfach bei mir im Arm an der Brust ein, wenn sie müde genug war und ich legte sie dann ins Zelt.

Am Abend verschob sich der Zeitpunkt des Einschlafens recht weit nach hinten. Sie ist immer so gegen 22 Uhr ins Bett gegangen. Um 21 Uhr war Mini Disco, diese dauerte eine halbe Stunde und danach machten wir noch eine kurze Runde über den Platz. So konnte sie nach dem aufregenden Tag, beim Spaziergang, runter kommen. Für uns bedeutete das ab 22 Uhr an der Parzelle zu bleiben. Früher machten wir noch späte Spaziergänge am Strand oder ließen den Abend im Zentrum ausklingen. Heute kuscheln wir uns gemütlich in unsere Campingstühle und genießen den verbleibenden Abend.

Erfahrungsbericht zum Campingurlaub mit Kleinkind

Das Fazit

Auch wenn ein Campingurlaub mit Kleinkind auf den ersten Blick sehr anstrengend und aufwendig aussehen kann, so empfinde ich ihn als wesentlich entspannter als einen Hotelaufenthalt. Man muss sich einfach drauf einlassen und – so blöd es klingt – sich in gewisser Weise gehen lassen. Keine Gedanken darüber machen, wie man am schnellsten gewisse To Do’s erledigt, nicht davon stressen lassen dass ein paar Hausarbeiten auf einen warten oder dass das Kind fünf Minuten nach dem Duschen gleich wieder so aussieht, als wenn es nie einen Tropfen Wasser und Seife gesehen hätte.

Zusammen den Alltag genießen und erleben, alle einbinden und einfach in den Tag hinein leben. Es findet sich ganz von alleine ein natürlicher Rhythmus und auch ohne Uhrzeiten wird man überrascht sein, wie gut sich die Tagesabläufe wie von alleine regeln. Und ja die richtige Campingausstattung kann gewisse Dinge einfacher machen, ist aber für einen schönen Campingurlaub mit Kleinkind nicht ausschlaggebend. Probiert es doch einfach mal aus und lasst euch von diesem etwas anderen Urlaubsgefühl überraschen.

Gibt es eurerseits Fragen zum Campingurlaub mit Kleinkind? Wenn ja, dann gerne her damit ich freue mich sie zu beantworten!

Bis bald, Corinna

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