Glücksfamilie, Kind, Montessori Inspirationen
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Von Maria Montessori inspirierte Spielecke

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Vor zwei Jahren läutete ein positiver Schwangerschaftstest die bisher größte Veränderung in unserem Leben ein. Neun Monate später wurden wir Eltern unserer energiegeladenen Tochter und rückten nicht nur emotional, sondern auch räumlich näher zusammen. Eine aufregende Zeit begann und ich genoss (und genieße immer noch) jede Sekunde mit unserer Maus. Tatsächlich machte ich mir damals aber wenig bis keine Gedanken darüber wie genau ich unsere Kleine „erziehen“ und begleiten will. Ich habe stets aus dem Bauch heraus entschieden und gehandelt. Am wichtigsten ist es mir ihr zu zeigen, dass ich immer für sie da und auf ihrer Seite bin. Egal was ist. Ich möchte ihr all die Liebe, Nähe und Geborgenheit schenken die sie braucht, denn damit kann man sein Kind ganz sicher nicht verwöhnen. Ich möchte ihr aber auch ein möglichst lern- und entwicklungsfreundliches Umfeld bieten. Besonders in den ersten zwei Jahren in denen sie mit mir Zuhause ist.

Von Anfang an war klar, dass unsere Maus erst einmal kein eigenes Kinderzimmer haben wird. Das ist räumlich in unserer Wohnung nicht wirklich möglich und daher haben wir ihr im Wohnzimmer eine Spielecke eingerichtet. Auch ohne eigenes Zimmer soll sie sich willkommen fühlen und einen Platz für sich haben. Einen Platz wo sich ihre Spielsachen befinden, wo wir lesen und wo sie sich ausruhen kann. Wie wir diese Spielecke gestaltet haben möchte ich euch heute gerne erzählen, denn dabei habe ich mich vor allem durch den pädagogischen Ansatz von Maria Montessori inspirieren lassen.

Wer ist Maria Montessori?

Maria Montessori war eine italienische Ärztin und Pädagogin, der besonders daran gelegen war die Entfaltung der Individualität des Kindes optimal zu fördern. Der Satz „Hilf mir, es selbst zu tun.“ beschreibt ihren pädagogischen Ansatz ziemlich gut. Es ging ihr unter anderem darum den inneren Lerntrieb (Selbstbildungstrieb) der Kinder mit den richtigen Materialien zu unterstützen. Die Kinder sollten in ihrem eigenen Tempo lernen und selbst entscheiden was sie lernen wollen. Der Erzieher stellt Hilfen dafür zu Verfügung, formt die Kinder aber nicht aktiv.

Die Praxis

Ganz einfach gesagt bedeutet es, dass man ein möglichst kinderfreundliches Umfeld schafft, in dem das Kind sich frei bewegen und entfalten kann. Dinge die das Kind nicht erreichen soll, werden aus dem Weg geräumt und alles was in Reichweite ist, steht dem Kind zur Verfügung. Genau so haben wir es auch gehandhabt, als wir unsere Wohnung „kindersicher“ gemacht haben. Damals noch ohne von Montessori gelesen zu haben*.

In der Spielecke der Maus, sind alle Spielsachen so positioniert, dass sie selbst dran kommt. Sie kann sich die Sachen selbst aus den Regalen holen und selbst wieder zurück stellen. In der restlichen Wohnung kann sie sich ebenfalls frei bewegen. Ihr stehen alle Türen offen und ich würde sagen hier ist zu 95% alles so sicher, dass ich ihr nicht die ganze Zeit hinterher laufen muss.

Natürlich schaue ich trotzdem in welchem Raum sie sich gerade befindet und was sie macht, lasse sie dann aber weiter machen wenn ich sehe dass alles sicher ist. Dabei ist es egal, ob sie gerade die Windelschublade aussortiert, die Schuhe aus dem Schuhschrank zieht oder die Bücher aus dem Bücherregal räumt. Sie darf die Dinge nehmen, an die sie heran kommt. Und ja, das bedeutet, dass ich des Öfteren die selben Sachen immer und immer wieder aufräumen muss. Generell finde ich ständig etwas was nicht dorthin hingehört. Auch in der Küche gibt es Schränke die sie alleine ausräumen darf, oder die ich unter Aufsicht zum Ausräumen aufmache.

Alles wo sie nicht dran soll ist entweder verschlossen oder außerhalb ihrer Reichweite. Damit fahren wir bisher richtig gut und es entspannt den Alltag Zuhause immens. Für alle ist klar was okay ist und was nicht und ich muss nicht mit einem „nein“ nach dem anderen hinter ihr her jagen. Es soll so wenige „neins“ wie nötig und so viel Freiheit wie möglich geben.

Die Spielecke

Kommen wir zur Spielecke. Ich möchte euch gerne zeigen bei welchen Dingen ich mich von der Montessori Pädagogik inspirieren ließ.

Themenzuordnung

Die einzelnen Spielsachen habe ich versucht ein wenig nach Typen zu ordnen. Bücher, Sortierspiele, Fahrzeuge, Ziehtiere, Holzspielzeug, Musik und Kuscheltiere (beides in der Kinderküche deponiert). Dadurch soll die Maus einen guten Überblick haben und schnell die Dinge wiederfinden, die sie sucht. Mit der Ordnung bin ich aber noch nicht 100% zufrieden und möchte nochmal gucken, ob ich es nicht nach Lernthemen (Mathematik, Sprache, Kunst etc.) geordnet bekomme.

Lerneffekt

Bei der Neuanschaffung von Spielsachen ist es mir mittlerweile ziemlich wichtig, dass die jeweilige Sache einen bestimmten Lerneffekt hat. Schrille Melodien und bunte Lichter sind zwar lustig anzusehen, aber pädagogisch in meinen Augen nicht so sinnvoll. Dann kaufe ich doch lieber eine gebrauchte Matroschka beim Trödelhändler meines Vertrauens und kann beobachten wie begeistert die Maus die kleinen Figuren auseinander nimmt und wieder zusammensetzt und damit ein Gefühl für Größen erhält.

Ein weiteres Highlight sind bei ihr die Tierkarten, aufgehängt in alphabetischer Reihenfolge. Diese kombinieren wir mit den bunten Buchstaben im schwarzen Körbchen (auch ein Fund beim Trödelhändler). Ich hatte keineswegs erwartet, dass sie sich schon dafür interessieren würde, aber tatsächlich kommt sie jeden Tag mehrmals mit einem Buchstaben zu mir und möchte wissen zu welchem Tier dieser gehört. Dann sage ich ihr den Buchstaben laut vor, zeichne ihn mit den Fingern nach und nenne das passende Tier. Sobald sie den Tiernamen hört fängt sie an die passende Karte zu suchen und zeigt ganz stolz darauf, wenn sie sie gefunden hat. Ein sooo schönes Spiel, welches mir auch größte Freude bereitet.

Aufbewahrung

Ansonsten habe ich darauf geachtet, dass ich so etwas wie die Steckspiele nicht fertig gesteckt, sondern auseinandergenommen aufbewahre (das gilt auch für Puzzle). Denn wer setzt schon gerne etwas zusammen das schon fertig ist! Dafür eignen sich diverse Körbchen, in denen man die Kleinteile aufbewahren kann. Mittlerweile habe ich auch die Matroschka auseinandergenommen und in einen kleinen Korb gelegt.

Alltägliches

In der Spielküche haben wir neben Töpfen, Pfannen und Kochbesteck auch Holzobst und -gemüse welches sie schneiden kann. Sie kann das alltägliche, was sie bei Mama sieht, üben und nachspielen. Das gilt auch für die Hausarbeit. Sie liebte es von Anfang an zusammen mit mir Staub zu wischen, oder mit ihrem Papa zu saugen. Also habe ich ihr einen eigenen Putzeimer zusammen gestellt. Hierin befindet sich ein Lappen, ein Kehrblech + Besen, ein Bodenwischer und ein Staubwedel. Dieser Eimer kommt ebenfalls täglich zum Einsatz und nicht selten wird die Mama zum Putzen „gezwungen“. Die Kleine zeigt dann immer ganz genau dorthin wo ich wischen soll und findet jeden noch so kleinen Staubkrümel 😀

Langlebigkeit

Für die Zukunft möchte ich besonders auf Materialien setzten die wir noch lange verwenden können, die also nicht nur für einen kurzen Altersabschnitt genutzt werden können und robust sind. Wie zum Beispiel der wunderschöne Regenbogen im linken Regal. Derzeit kann die Maus damit den Farbverlauf und das Größenverhältnis der einzelnen Bögen erlernen. Später können damit Tunnel für Autos, eine Murmelbahn oder andere Kunstwerke zusammen mit Bauklötzen gebaut werden. Ich finde so rechnet sich auch der oftmals höhere Preis und schön sieht es meistens auch noch aus.

Natürlich gibt es noch weitere Punkte die bei Montessori-Materialien beachtet werden sollten. Dazu zählt auch, dass die Sachen hauptsächlich aus natürlichen Materialien wie Holz, Metall oder Stoff bestehen. Hier würde ich sagen sind wir zwar auf ganz gutem Wege, haben aber dennoch eine Schublade voller Duplo und anderes Spielzeug aus Kunststoff.

Fazit

Ich finde das Einbinden der Montessori Pädagogik hat wirklich positive Effekte für uns und unsere Maus erzielt. Man merkt, dass sie sich mit bestimmten Dingen viel länger beschäftigt. Das sind vor allem die Dinge, die auch Mama und Papa tun. Die eigentlichen Spielsachen für Kinder lassen sie meistens kalt (Maria Montessori bewertet übrigens klassische Spielzeuge als überflüssig). Am liebsten lernt die Maus die Tiernamen + Buchstaben, putzt mit ihren Putzsachen, liest Bücher mit uns oder malt auf ihrem Maltisch (dafür nehmen wir einfach den Couchtisch und ein Flipchart Papier). Im Übrigen kommt der künstlerische Aspekt bei der Montessori Pädagogik etwas kurz. Das sollte man meinen Erachtens nicht aus den Augen verlieren.

Bisher lasse ich mich am meisten von Maria Montessori inspirieren setze aber nicht vollständig ihren Ansatz bei uns Zuhause um. Es gibt ebenfalls andere tolle pädagogische Konzepte die dieses prima ergänzen und am Ende geht es doch vor allem darum sich Zeit für sein eigenes Kind zu nehmen, es zu verstehen, zu begleiten und mit offenen Armen in das eigene Leben zu integrieren. Und auf sein eigenes Bauchgefühl sollte man eh immer vertrauen – ganz wichtig!

Wie habt ihr die Umgebung eurer Kleinen gestaltet und von was habt ihr euch dabei besonders inspirieren lassen?

Bis bald
Corinna

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