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Bettgeschichten – Unser Weg zum Floorbed

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Das Thema Schlaf ist für frisch gebackene Eltern sicherlich eines, welches am meisten Nerven kostet und das größte Durchhaltevermögen einfordert. Auch bei uns lief und läuft nicht immer alles rund. Mal schläft die Maus ganz schnell ein, mal dauert es eine gefühlte Ewigkeit. Mal schläft sie eine Weile alleine ruhig in ihrem Bett, mal wacht sie alle naselang auf. Wir sind noch längst nicht an dem Punkt, an dem das Thema Schlaf kein Thema mehr ist, aber wir haben für uns schon riesige Schritte nach vorne gemacht. Ein ganz wichtiger Bestandteil, der uns und der Maus das Schlafen einfacher gestaltet hat, war die Abschaffung des Gitterbettes und der Kauf eines Floorbed. Fangen wir von vorne an…

Unsere Schlafsituation

Seit dem Tag ihrer Geburt verbringt die Maus jede Nacht an meiner Seite im Familienbett. Sie wird einschlafgestillt, braucht ganz viel Nähe und schläft am ruhigsten wenn Papa oder (vor allem) Mama da sind. Sie spürt sofort, ob sie alleine oder in Gesellschaft ist. Auch zum Mittagsschlaf begleite ich sie in den Schlaf. Sobald sie eingeschlafen ist, ob tagsüber oder am Abend, lege ich sie in ihr Bett um. Am Tag macht sie 30 – 45 Minuten (selten länger) ihren Mittagsschlaf und abends schläft sie so lange in ihrem Bett, bis wir selbst schlafen gehen. Sobald sie sich in der Nacht meldet, hole ich sie zu uns ins Familienbett. In der „Allein-Schlafphase“ am Abend ist es immer unterschiedlich wie gut sie schläft. Wir hatten Phasen, da musste der Papa oder die Mama alle 30 Minuten zum Beruhigen kommen. Wir hatten aber auch Tage an denen sie eineinhalb Stunden oder länger ruhig schlief und wir nur einmal am Abend zu ihr kuscheln kommen mussten.

Die Schlafphasen Tag und Nacht pendelten sich in den ersten Wochen nach der Geburt schnell ein. Nachts schlief sie immer gut, am Tag dafür umso weniger. Was jedoch immer eine Schwierigkeit darstellte war das Ab- und Umlegen. Manchmal klappte es und dann wieder klappte es nicht. Sie wachte oft auf, wenn wir sie zurück in ihr Gitterbett legen wollten und dann fing das Schaukeln, Streicheln und Singen wieder von vorne an. Ich stand von Anfang an mit diesem Gitterbett auf dem Kriegsfuß. Nicht nur das Ab-/Umlegen nervte, sondern auch das Rüberheben über die Gitterstäbe. Ob raus oder rein, es wurde mit zunehmenden Gewicht immer umständlicher und nicht selten blieb der Arm oder das Bein hängen, sodass die Maus aufwachte. Aber was war die Lösung? Schließlich ist es doch ganz normal, dass Babys und Kleinkinder in ihren Gitterbettchen schlafen. Oder etwa nicht?

Das Kinderbett

Vor dem Kauf des Kinderbettes machte ich mir keine Gedanken, was für eine Art von Bett es werden sollte. Man macht es halt so wie die anderen. Ein Gitterbett – das sieht man überall und so wird es schon richtig sein. Ganze 13 Monate dauerte es bis ich auf ein Buch stieß, welches mir eine neue Perspektive eröffnete. Dort war das niedergeschrieben, was ich schon lange fühlte.

Maria Montessori „Kinder sind anders – Kinder fordern uns heraus“*. Ein Lesetipp für alle, die gerne ihre eigene Erziehungsmethode überdenken möchten und offen für neue Ansätze und Ideen sind. Vor allem aber für die, die das kindliche Ich besser verstehen möchten, um reflektierter mit diesen kleinen Menschen umgehen zu können. Für mich persönlich enthielt das Buch einige Augenöffner von denen ich euch in Zukunft mehr erzählen möchte. Einer davon war die finale Abschaffung des Gitterbettes und das Anschaffen eines Floorbeds.

„Was sich Kinderbett nennt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als das erste grausame Gefängnis […].“ – Maria Montessori

„Das Kind muss das Recht haben zu schlafen, wenn es schläfrig ist, aufzuwachen, wenn es ausgeschlafen ist, und aufzustehen, wenn es will.“ – Maria Montessori

Bei mir haben diese Sätze einiges ausgelöst und nach dem Lesen war mir sofort klar, was mich an der alten Schlafsituation so störte. Mir war klar, was ich mir wünschte: Ich wünsche mir, dass meine Tochter selbstständig in ihr Bett gehen kann, wenn sie es will, dass dies ein Platz zum Wohlfühlen ist und dass sie selbst heraus kann ohne nach mir rufen zu müssen. Ich möchte mich zu ihr legen können, sie nicht immer rein und rausheben müssen und ihre Gutenachtgeschichte in ihrem Bett lesen. Es muss sicher sein und komfortabel. Aus diesen Gründen haben wir uns für ein bodennahes Floorbed entschieden. Mit einem Lattenrost, einer neuen gemütlichen Matratze und ganz viel Freiheit ohne Gitterstäbe.

Der Wandel

Seit Tag 1 mit dem Floorbed hat sich der Schlaf unserer Kleinen gewandelt. Sie hat das Bett sofort super angenommen, sich dort wohlgefühlt und länger am Stück geschlafen. Natürlich gab es auch Abende oder Tage an denen das Schlafen nicht gut klappte. Ich sag nur „Hallo“ Wachstumsschübe und Zähne! Das Schönste war es, mich aufeinmal neben sie legen zu können, wenn sie abends weinend aufwachte. Sie musste nicht erst hochgehoben und wieder abgelegt werden, sondern konnte ganz ruhig in ihrem Bett bleiben.

Der fehlende Rausfallschutz war eine größere Umstellung für sie. Ich würde sagen es hat etwa eine Woche gedauert, bis sie sich daran gewöhnt hatte. In der Zeit hatten wir den Boden mit Kissen und Decken ausgepolstert, sodass sie immer weich landete. Nach dieser Anfangszeit ist sie nicht mehr rausgeplumpst.

Was mich tagsüber am glücklichsten macht ist, dass ich sie zum Mittagsschlaf in ihr Bett lege und sie ohne einen Mucks aus dem Schlafzimmer tapst, wenn sie ausgeschlafen hat. Sie krabbelt dann aus ihrem Bett, macht die Tür auf (die Türe lassen wir eigentlich immer angelehnt) und läuft zu mir. Das geht so leise vonstatten, dass noch nicht einmal das Babyfon anschlägt. Genau so muss es sein, denke ich mir dann jedes Mal!

Für uns war es die absolut richtige Entscheidung auf ein Floorbed umzusteigen und ich würde es immer wieder machen. Gitterbetten haben hier keinen Platz mehr und ich würde mir so wünschen, dass viel mehr offene Betten für die kleinen Menschen angeboten werden. Ich glaube dann würden sich einige „Schlafprobleme“ von ganz alleine lösen.

Erzählt doch mal, wie handhabt ihr das Zubettlegen eures Kindes und welches Bett habt ihr ausgewählt? Stellt mir auch gerne eure Fragen, sollte ich auf bestimmte Punkte nicht eingegangen sein.

Bis bald
Corinna

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