Familie
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Wenn als Mama plötzlich so vieles egal wird

Ich gehöre ja zu den Menschen, denen schnell etwas unangenehm ist. In peinlichen Momenten würde im am liebsten im Boden versinken und wenn ich mit fremden Menschen spreche habe ich oft das Gefühl nur wirres Zeug zu reden. Manchmal würde ich gerne einfach drüber stehen, darüber lachen können und mir weniger Gedanken machen. Meistens gelingt es mir aber doch nicht. Oder soll ich lieber sagen gelang? Denn seit ich Mama bin hat sich in diesem Punkt so einiges gerändert.

Bloß keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen

Denken wir mal an den Sommer – heiße Tage, Freibadzeit. Wie oft war ich im Erwachsenenalter im Freibad? Super selten. Ich glaube ich könnte die Male an beiden Händen abzählen. Wenn ich dann mal im Freibad war, dann habe ich akribisch den richtigen Liegeplatz gesucht. Möglichst viel Platz bis zum nächsten Liegenachbarn, irgendwo wo nicht so viele Leute entlanglaufen und nicht zu weit weg vom Schwimmbecken (man möchte das Laufen im Bikini ja so kurz wie möglich halten). Ein verzweifelter Versuch irgendwie einen Rest Privatsphäre in einem völlig überlaufenen Schwimmbad zu bekommen.

Oder denken wir an das Wartezimmer beim Arzt und den Aufzug im Kaufhaus. Die wohl ungemütlichsten Plätze für Konversation. Man hat das Gefühl alle Augen sind auf einen selbst gerichtet, sobald man etwas sagt und jedes Wort wird mitgehört. Ein lockeres Gespräch in solch einer Umgebung? Nie im Leben!

Meine Superhelden Mama-Kind-Blase

Und jetzt? Jetzt rede ich mit meiner Maus immer und überall. Führe meistens Selbstgespräche, da sie ja noch nicht anworten kann und denke nicht mal darüber was andere wohl sagen. Jetzt freue ich mich über jeden freien Quadratzentimeter im Freibad, auf den ich mich mit der Kleinen platzieren kann und schere mich nicht darüber wer rechts oder links von mir liegt. Privatsphäre? Hauptsache ich kann Kind und Taschen deponieren!

Ich spreche über Windelinhalte ohne rot zu werden. Im Supermarkt taten mir früher die Eltern leid, die mit ihrem schreienden Kind an der Kasse standen und heute bin ich die Mutter, die die Blicke der anderen auf sich zieht. Zum Überraschen ist es mir völlig wurscht und rein gar nicht unangenehm, denn das gehört nunmal zum Mamasein dazu. Ich stehe drüber und kann (meistens) darüber lachen.

Als Mama ist mir mittlerweile so vieles egal geworden. Es zählt nur das eine – meinem Kind soll es gut gehen und das um (fast) jeden Preis. Ich fühle mich manchmal wie in einer Superhelden Mama-Kind-Blase. Unverletzbar und unangreifbar von außen. Ja, an mir prallen die Sachen ab die mich früher hätten grübeln lassen und das ist gut so. Ich mag mein neues, robusteres Mama-Ich. Wir sollten viel öfter darauf pfeiffen was andere wohl denken könnten und selbstsicher unseren Alltag bestreiten! Alle Eltern sind Superhelden und alle haben ihre eigenen Kämpfe zu kämpfen.

Erzählt mal, habt ihr ähnliche Erfahrungen mit dem Elternsein gemacht?

Bis bald
Corinna

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