Familie, Reisen
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Fernreise mit Baby

Werbung – unbeauftragt

Einmal für eine längere Zeit im Ausland sein. Reisen, Land und Leute erleben, neue Eindrücke sammeln und den eigenen Horziont erweitern. Diesen Traum hatte ich schon sehr lange, nur bisher fehlte immer die Zeit dazu. Als wir erfuhren, dass wir ein Kind erwarten und ich Elternzeit nehmen werde war mir klar: jetzt ist die Chance diesen Traum wahr werden zu lassen. Wohin es gehen sollte wussten wir noch nicht genau. Erst war die Rede von Schweden, Norwegen oder Kanada. Bei einem Termin in unserem Reisebüro des Vertrauens kam dann irgendwie Florida auf den Tisch. Eine Destination die wir nie vor Augen hatten, trotzdem absolut perfekt für unsere erste Fernreise mit Baby erschien. Zwar ist der Flug mit zehn Stunden sehr lang, aber ansonsten bot Florida in unseren Augen alles für eine entspannte Reise mit Baby. Uns war wichtig, dass wir immer einen guten Plan B haben, sollte unsere Maus mal einen schlechten Tag haben und nicht so viele Aktivitäten mitmachen wollen. In Florida dachten wir, kann man dann auch einfach mal einen Strandtag einschieben, oder am Pool bleiben. In Schweden oder Kanada hätten wir mehr wandern und in der Natur unterwegs sein wollen und wären da wahrscheinlich eingeschränkter gewesen.

Das Transportmittel

Nachdem das Ziel klar war, stellten wir uns die Frage wie wir reisen wollen. Das Reisen mit Wohnmobil oder Mietwagen bot beides Vor- und Nachteile. Schließlich entschieden wir uns für eine Mietwagenrundreise. Diese war preislich attraktiver, wir waren vor Ort flexibler, da wir kein großes Wohnmobil durch die Städte steuern müssten und wir hatten etwas mehr Komfort und Platz in den Appartements.

Die An- und Abreise

Bei der An- und Abreise entschieden wir uns ganz bewusst für Direktflüge von Frankfurt nach Miami und zurück. Auch wenn von Stuttgart ein Direktflug nach Atlanta geht und wir von dort hätten weiter fliegen können, haben wir uns für die Bahnfahrt nach Frankfurt und den dortigen Direktflug entschieden. Zum einen erschien uns eine deutsche Airline mit Baby die sicherere Nummer in Sachen Komfort und Service (von Stuttgart flogen ausschließlich andere Gesellschaften) und zum anderen sparten wir uns die „immigration“ in Atlanta beim Umsteigen. In den USA ist es nämlich so, dass man immer durch die Einwanderungskontrolle muss, auch wenn man nur zwischenlandet oder umsteigt. Wie lange das Prozedere dann dauert ist die große Frage. Es kann ganz schnell gehen oder aber auch mal länger dauern. Diesen Stress wollten wir uns auf jeden Fall sparen und haben daher hin und zurück Direktflüge gebucht. Bei der Airline hatten wir die Möglichkeit vorab den Wunsch nach einem Babybett zu äußern, welches im Flugzeug installiert wird. Diese Chance haben wir natürlich direkt genutzt und zusätzlich Plätze in der dafür vorgesehen Reihe reserviert. Dies würden wir auch immer wieder tun und jedem mit Baby empfehlen!

Die Route

Nachdem alle grundlegenden An- und Abreisefragen geklärt waren, begaben wir uns an die Planung der Route. Mit Zuhilfenahme einiger Reiseführer und Tipps von Freunden bastelteten wir uns unsere Wunschroute zusammen. Fast fünf Wochen galt es zu planen. Ganz Florida stand zur Auswahl und wir mussten nur irgendwie einen Tag vor Rückflug wieder in Miami sein. Eine handvoll Wunschziele hatten wir schon, aber ansonsten waren wir völlig frei wohin es gehen soll. Nach mehrfacher Planung stand sie dann fest unsere Route. 1300 Meilen, 11 Unterkünfte und 31 Nächte. Wir wollten es schaffen fast ganz Florida in dieser Zeit zu sehen. Trotzdem achteten wir darauf fast immer mehrere Nächte an einen Ort zu bleiben, damit es für die Maus nicht zu anstrengend wird. In Fort Myers und Clearwater planten wir jeweils eine ganze Woche ein, um auch mal Zeit für Strandtage zu haben. In Orlando buchten wir fünf Nächte und ansonsten waren wir bis auf ein paar Zwischenstops zwei bis drei Nächte an einem Ort.

Wichtige Dokumente

Bevor es losgehen konnte mussten wir für die Maus noch einen vollwertigen Reisepass beantragen. Dies ist nicht für alle Fernreisen notwendig, allerdings schon für die USA. Auch das Beantragen des ESTA ist ganz wichtig, damit man einreisen darf. Den Papierkram für die Flüge und den Mietwagen ließen wir übers Reisebüro abwickeln, was ein super Support war.

Die Unterkünfte

Bei der Buchung unserer Unterkünfte war uns wichtig möglichst oft in Appartements zu übernachten. So hatten wir zum einen die Möglichkeit selbst zu kochen und zum anderen hatten wir ein eigenes Schlafzimmer mit Türe, sodass wir uns am Abend vor dem Baby nicht anflüstern mussten. Fast alle Unterkünfte buchten wir so, dass sie noch stornierbar waren, falls wir kurzfristig die Route oder Übernachtungszeitraum ändern wollten. Zwei Mal nutzen wir diese Flexibilität auch und buchten um. Alle Unterkünfte hatten wir vor der Abreise in Deutschland vorgebucht.

Der Flug

Zum Zeitpunkt der Abreise aus Deutschland war die Maus gerade acht Monate alt und wir waren sichtlich nervös wie der Flug laufen würde. Der Hinflug war ein Tagflug (es ging früh morgens in Stuttgart am Bahnhof los und wir kamen nachmittags in Miami an) zurück buchten wir den Nachflug (Abflug am frühen Abend in Miami und Ankunft am Morgen in Frankfurt, dann noch Bahnfahrt nach Stuttgart). Insgesamt waren beide Flüge ganz gut, nur viel Schlaf oder Ruhepausen hatten wir nicht. Der Maus viel es sehr schwer richtig zu schlafen, sodass sie hinwegs gerade mal eine Stunde schlief und zurück maximal drei Stunden. Sie war aber die gesamte Zeit ganz lieb und wir haben all unser Entertainment Programm ausgepackt, um sie gut zu unterhalten. Die Flüge waren insgesamt anstrengend aber machbar. Das Wichtigste war, dass wir genügend Platz hatten auf und ab zu laufen und die Maus im Arm zu wiegen.

Jetlag

Ein weiteres „Sorgenkind“ war das Thema Jetlag. Wir fragten uns, ob wir wohl die Nächte wach liegen werden, wenn die Maus nicht schlafen kann, oder ob sie sich schneller an den neuen Rhythmus gewöhnt als wir denken. Gott sei Dank war der Jetlag kein großes Thema. Dadurch, dass wir beim Hinflug alle stundenlang auf den Beinen waren, waren wir am Abend in Miami entsprechend müde und konnten früh schlafen gehen. Der frühe Schlaf führte in den ersten Tagen zu sehr frühem Aufstehen, was aber voll in Ordnng war, da wir so viel machen konnten. Tag für Tag hat sich das Einschlafen und Aufstehen dann immer um etwa eine Stunde nach hinten verschoben, sodass wir etwa nach einer Woche im normalen Rhytmus waren. Ebenso lief es bei uns auf der Rückreise. Wir hatten keine einzige durchwachte Nacht und konnten uns ganz entspannt an die neue Zeitverschiebung gewöhnen.

Der Roadtrip

Dank guter Vorplanung und nicht zu hohen Erwartungen hatten wir eine richtig gute Zeit in Florida. Unser Mäuseli hat die Reise super mitgemacht und sichtlich alles in sich aufgesogen. Sie hat in den fünf Wochen so viel gelernt. Sitzen, krabbeln und klatschen. Ist fremden Menschen gegenüber viel aufgeschlossener geworden und hat das Schlafen im Auto „gelernt“ (daran war vorher nur mit viel Geweine und Gesang von Mama zu denken). Auch für uns als Eltern war die Fernreise mit Baby ein gutes Learning. Wir haben schnell gemerkt, dass eine Reise mit Baby anders geplant werden muss. So achteten wir zum Beispiel immer darauf, dass wir nur den halben Tag Ausflüge machten. Das Mäuseli konnte sich somit in der restlichen Zeit immer austoben. Hatte sie an einem Tag zu wenig Bewegung, holte sie diese gnadenlos abends vor dem Schlafengehen nach. Auch haben wir nicht jeden Tag große Aktivitäten geplant. Wir versuchten eine gute Balance zu halten, indem wir an einem Tag etwas aktiveres machten und am nächsten dann zum Beispiel nur am Strand blieben. Mit dieser Taktik sind wir sehr gut gefahren und hatten so als gesamte Familie eine entspannte Reisezeit.

Rückblickend würde ich immer wieder so eine Fernreise mit Baby machen. Es war eine wunderschöne und aufregende Zeit, die definitiv unvergessen bleibt. Auch das Alter von acht Monaten fanden wir ideal. Sie war noch ruhig genug, um einen langen Flug gut zu überstehen, aber schon so mobil, dass wir sie zum Beispiel überall in einen Hochstuhl setzen und in Ruhe gemeinsam essen konnten. Auch dass ich noch voll stillte, war eine große Erleichterung. So mussten wir uns um Babynahrung keine Gedanken machen. Es war einfach richtig, richtig schön!

Habt ihr noch Fragen zu unserer Reise? Dann lasst mir gerne einen Kommentar da.

Bis bald
Corinna

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