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#Glücksreise – Kambodscha

Die wohl emotionalste Zeit während unserer Asienreise hatte ich in Kambodscha. Trotzdem dass wir nur vier einhalb Tage vor Ort waren hat mich das Land so stark geprägt und fasziniert, sodass ich unbedingt nochmal dorthin möchte. Genau genommen waren wir in Siem Reap, um uns die Tempel in Angkor anzuschauen. Angkor ist größer als ich es mir vorgestellt habe und besteht aus mehreren Tempelanlagen. Der wohl bekannteste Tempel ist Angkor Wat. Angkor Thom und Ta Prohm (der Tomb Raider Tempel) sind zwei weitere der bekannteren Tempel in diesem riesigen Gebiet. Um Angkor betreten zu dürfen braucht man einen „Angkor Pass“. Diesen kann man sich bei den Ticketschaltern am Eingangsbereich kaufen und sich zwischen unterschiedlichen Geltungszeiträumen entscheiden. Für uns war der drei Tages Pass am besten und hat 40 USD gekostet. Nicht gerade günstig – vor allem wenn man bedenkt dass die Gelder nicht dem Staat oder den Tempelanlagen zugute kommt, sondern in ausländische Investorentaschen fließen.

Sehr wichtig für Frauen, die Angkor betreten möchten ist, dass man angemessen gekleidet ist. Dies bedeutet entweder eine lange Hose oder einen langen Rock zu tragen und auch obenrum eher bedeckt zu sein. Ein Sarong reicht hier nicht aus! Ich hatte gedacht, dass ich wie auf Bali auch hier die Tempel mit einem Sarong bekleidet besuchen darf, aber Pustekuchen. Das ging leider nicht. So musste ich mir kurzherhand eine der super schicken Elephantenmotivhosen für 12 USD kaufen. Die Straßenhändler sind auf solch unvorbereitete Touris natürlich sehr gut vorbereitet – ihr bekommt hier alle Farben und Größen. Nur eine Umkleide fehlt 😉

Kambodscha

Für unseren ersten Besuch in Angkor haben wir uns einen Guide gegönnt. Das war die absolut richtige Entscheidung, da man erst anhand der ganzen geschichtlichen Erklärungen genau versteht was für eine Historie dahinter steht und wie besonders diese Gegend ist. Auch architektonische Besonderheiten erkennt man ansonsten nur schlecht alleine. Zudem hat unser Guide uns stets so geführt, dass wir nie auf große Touristenmassen gestoßen sind. Ich kann mir sehr gut vorstellen wie voll es in der Hochsaison in Angkor sein muss und bin so froh, dass wir es so ruhig erleben durften. Ende September ist nämlich schon Nebensaison in Kambodscha, da die Regenzeit beginnt. Das hat uns aber kaum beeinträchtigt und ich würde immer wieder in der Nebensaison hinfahren.

Die Temperaturen sind sehr heiß und schwül in Kambodscha. Wir haben auf einer etwa 4-stündigen Tagestour vier bis fünf Liter Wasser pro Kopf getrunken. Ein voller Rucksack mit genügend Wasservorrat ist sehr sehr wichtig. Neben Wasser darf auch ein guter Mosquitoschutz nicht fehlen. Dengue Fieber und Malaria möchte schließlich niemand haben. Selbst die Einheimischen tragen lieber lange Kleidung – was schon so ziemlich alles sagt.

Kambodscha

Die Tour durch Angkor war wunderschön und ausgesprochen interessant. Emotionaler wurde es, als wir in ein Landminenmuseum gefahren sind. Das Aki Ra Landmine Museum. Noch nie zuvor habe ich mich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Ich habe all die Informationen und Ausstellungsstücke mit Erschrecken, aber auch Bewunderung für die sich engagierenden Menschen, aufgesogen. Das Museum möchte nicht nur über die Problematik mit den Landminen in Kambodscha aufklären, sondern bietet jungen Minenopfern eine kostenlose Schulausbildung und anschließendes Studium. Die Einnahmen des Eintrittes und der Erlöse aus dem kleinen angeschlossenen Shop fließen zu 100% in die Stiftung.

Vor Ort trafen wir noch einen Mitarbeiter der Organisation, der uns mehr zu deren Arbeit erzählte. Er selbst ist Amerikaner, war im Vietnamkrieg eingesetzt und ist nun seit mittlerweile sieben Jahren in Kambodscha, um sich für die Entschärfung von Landminen stark zu machen. Er hat sein komplettes „altes“ Leben in den USA hinter sich gelassen. Auch seine Frau ist mit ausgewandert und arbeitet für die Organisation. Ausgesprochen bewundernswert!

Als Andenken habe ich mir einen wunderschönen Armreif mitgenommen, der vor Ort aus alten Waffen hergestellt wurde. Das Prinzip ist ganz einfach: Der Kreislauf, dass aus Waffen wieder Waffen entstehen, soll unterbrochen werden und daher fertigt die Organisation Schmuck daraus. Dieser Armreif wird mich für immer an dieses besondere Erlebnis erinnern.

Kambodscha

Ich könnte noch ewig über unsere Zeit im Kambodscha schreiben. Wenn ihr überlegt nach Kambodscha zu reisen, dann tut dies unbedingt! Bei mir hat die Reise meine Sicht auf sehr viele Dinge komplett verändert und mich noch mehr geerdet.

Kambodscha

10 Tipps für eure nächste Siem Reap und Angkor Reise:

1. Nutze Tuktuks als Transportmittel. Schneller und einfacher kommst du gar nicht von A nach B. Auch als Flughafentransport ist eine Tuktuk Fahrt ein echtes Erlebnis. Lass dich jedoch nicht über’s Ohr hauen und zahle angemessene Preise. Für eine Tagestour durch Angkor haben wir 15 USD bezahlt. Eine Fahrt von unserem Hotel ins Zentrum hat zwischen 1 USD und 2 USD gekostet. Wenn du magst, gib lieber im Nachhinein noch ein wenig Trinkgeld.

2. Nimm dir nicht zu viel für eine Tagestour in Angkor vor. Angkor Wat, Angkor Thom und Ta Prohm sollten auf keinen Fall fehlen. Nimm dir genug Zeit, um die Historie hinter den atemberaubenden Bauwerken zu verstehen. Wenn man von Tempel zu Tempel huscht, wirkt irgendwann alles ähnlich und das nimmt die Faszination. Ein gut Englisch sprechender Guide für den ersten Besuch kann ein prima Invest sein.

3. Als Unterkunft kann ich dir uneingeschränkt das Hotel Victoria Angkor Wat empfehlen. Wir hatten eine tolle Zeit dort und haben uns sehr wohl gefühlt. Für den europäischen Geldbeutel ist diese luxuriöse Unterkunft bezahlbar. Als Abschluss unserer Reise wollten wir uns etwas besonders Schönes gönnen und da war die Wahl mit diesem Hotel absolut richtig. So viel Luxus habe ich noch nie erlebt und werde es wahrscheinlich auch nicht mehr so schnell 🙂

4. Die Pub Street ist der Touristenmagnet in Siem Reap. Ich finde man sollte mal dort gewesen sein, aber richtig toll fand ich es nicht. Mir sind traditonelle Orte, an denen man mehr von der Kultur eines Landes verstehen kann, lieber.

5. Im Joe to Go Cafe haben wir an einem Tag zu Abend gegessen. Das Essen war super lecker und das Beste ist, dass dieses Lokal zu einer wohltätigen Organisation gehört. Alle Einnahmen werden an „the Global Child“ gespendet und im Lokal arbeiten Jugendliche, die dort eine Chance auf eine Ausbildung erhalten.

6. Smateria ist ein ganz tolles Geschäft, in dem man Taschen aus wiederverwendeten Materialien findet. Ob Leder oder Kunststoff hier bleiben kaum Wünsche offen. Ich habe mir dort einen Kulturbeutel und eine kleine Schminktasche aus Netzstoff geholt.

7. Unverzichtbar, um mehr über die Geschichte von Kambodscha zu erfahren ist ein Besuch im Cambodian Landmine Museum. Alle Erlöse werden gespendet und sehr emotionale Erinnerungen an diesen Besuch sind garantiert.

8. Die medizinische Versorgung im Kambodscha ist nicht wirklich gut. Schaut im Vorfeld, dass ihr alle Impfungen aufgefrischt habt, Malaria Medikamente dabei habt und reichlich mit Mosquitoschutz ausgestattet seid. Reist nur dorthin, wenn ihr gesundheitlich fit seid. Wenn ihr schwer krank werden solltet, dann fliegt am besten nach Singapur, um euch dort behandeln zu lassen. Kleinere Wehwehchen kann man aber auch dort behandeln lassen. Um vorzubeugen nutzt zum Zähneputzen und Trinken bitte nur abgepacktes Trinkwasser. Das Wasser aus dem Wasserhahn haben wir zum Waschen verwendet.

9. Die Währung in Kambodscha ist ein wenig kompliziert. Wenn ihr am Geldautomaten Geld abhebt erhaltet ihr US Dollar. Schaut, dass ihr keine größeren Scheine als 50 USD bekommt, denn sonst kann es mit dem Wechseln sehr schwierig werden (denn 50 USD sind fast das Doppelte eines durchschnittlichen kambodschanischen Monatsgehaltes). Bis 1 USD wird alles in Dollar bezahlt. Darunter tritt die einheimische Währung Riel in Kraft. Ihr solltet am besten immer ein paar Riel im Geldbeutel haben, diese könnt ihr auch gut für Trinkgelder benutzen.

10. Bitte kauft keine Sachen von den Kindern, die euch begegnen werden. Diese Kinder werden auf die Straße geschickt, um Sachen zu verkaufen und gehen nicht zur Schule. Wenn ihr hier etwas kauft, nehmt ihr ihnen die Chance auf eine Ausbildung. Denn wenn sie nur 1 USD pro Tag Umsatz machen, ist dies schon so viel wie ein durchschnittlicher Erwachsener verdient – warum sollte man also zur Schule gehen?

Kambodscha ist wahrlich ein Land vieler Gegensätze und ich glaube es lässt sich hier noch so viel mehr erleben und entdecken. In den vier einhalb  Tagen haben wir nur einen kleinen Einblick erhalten und viel über Korruption, Armut und die Sorgen in diesem wunderschönen Land gelernt. Eine Schiffsreise von Siem Reap nach Vietnam ins Mekong Delta oder hoch nach Laos wäre mein großer Traum. Mit vielen Stops um das Land und die Menschen noch besser kennen zu lernen.

Was war eure bisher beeindruckenste Reise?

Bis bald ihr Lieben!

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